Beiträge von Ein Chronist

    Das Gipfeltreffen - Teil V


    Agga sass in seinem riesigen Zelt und überflog die letzten Ergebnisse des Turniers. Einige blutige Schlachten hatten ihm doch ein wenig Kurzweil bereitet und ihn kurzzeitig von den Gedanken an das Nichterscheinens Paffis abgelenkt.
    Die Späherinnen Firaks hatten keine Hinweise entdecken können. Keine Schattenamazone war aus den Gemächern Ugas zurückgekehrt. Agga nahm zur Kenntnis, dass Uga diese Vorfälle als das normale Geplänkel hinnahm und außer ein paar spitzen Bemerkungen davon absah dieses Thema anzuschneiden. Uga schien seinen eigenen Gedanken nachzuhängen, immerhin war auch einer seiner Halbgötter verschwunden.


    Kirkalot betrat das Zelt und machte eine flüchtige Verbeugung. „Herr, hier ist ein Mann angekommen, der behauptet mit Informationen über den Verbleib von Paffi dienen zu können!“
    WAS SAGST DU DA, KIRKALOT? WER IST ES?
    „Ich kenne ihn nicht, Herr. Ein Krieger gehüllt in ein schwarzes Gewand, ihn umgibt eine Aura der Macht. Und er hat einen Schoßhund!“
    MACHT? SCHOßHUND? BRING IHN SOFORT HEREIN, DANN WERDE ICH IHM BEIBRINGEN WAS MACHT BEDEUTET!!!


    Sekunden später betrat ein großer Mann mit einem aufrechten Gang das Zelt, gefolgt von einem 3-köpfigen Geschöpf, dass sich in einer Ecke zusammenrollte und sein Fell mit seinen drei Köpfen putzte. Der Mann war in ein dunkles matt schimmerndes Gewand gekleidet, auf der undeutlich das Symbol eines Drachens zu erkennen war.
    Der Mann stütze sich auf sein Schwert und machte einen tiefen Knicks.


    „Meister, ich bin gekommen um zu dienen!“ begann der Neuankömmling.
    PAH! MIT DIESEM GEWÄSCH ERREICHST DU GAR NICHTS BEI MIR, NAMENLOSER! SPRICH WINZLING!! WIE LAUTET DEIN NAME UND WAS IST DEIN BEGEHR?
    „Mein Name ist nicht von Bedeutung, aber meine Informationen werden sich nützlich erweisen, Meister!“ sprach der Unbekannte mit leiser Stimme.
    DU WAGST ES MIR DEINEN NAMEN VORZUENTHALTEN?!? grollte Agga und zerschlug mit einer leichten Handbewegung einen kleinen Tisch.
    „Meister, ich bin zu unbedeutend Dir meinen Namen zu offenbaren, aber ich biete Dir meine treuen Dienste und Informationen!“
    SPRICH, ODER MUSS ICH DICH ERST AUF MEINEN FOLTERBÄNKEN STRECKEN??
    Der Mann flüsterte: „Wie ich hörte vermißt mein Meister einen seiner Halbgötter! Ich habe Erkenntnisse über den Verbleib vom Halbgott des Feuers, die ich Euch gegen einen kleinen Gefallen preisgeben möchte!“
    GEFALLEN? DU KLEINE MADE MAßT DIR AN, MIR EINEN GEFALLEN ABZUFORDERN?? ICH HABE HIER EINEN GEFALLEN FÜR DICH: GIB MIR DEINE INFORMATIONEN UND ICH WERDE DICH VIELLEICHT AM LEBEN LASSEN!!
    Unbeirrt fuhr der Unbekannte fort. „Meister, mein Tod nützt Euch gar nichts. Mit mir würden die letzten Hinweise auf den Verbleib von Paffi sterben. Hört mich an!“
    Aggas Augen funkelten vor Zorn, aber der Unbekannte schien keine Angst zu kennen. Agga mußte sich eingestehen, dass ihm diese Furchtlosigkeit gefiel.


    „Meister, wie es aussieht hat Euch Paffi verlassen und vielleicht sogar verraten!“ flüsterte er mit verschwörerischer Stimme. „Ich bitte Euch mich für den Fall, dass ich Recht behalte, an seiner Statt als Herr des Feuers in Eure Reihen aufzunehmen. Meine ewige Treue und mein unerbittlicher Einsatz für Eure Sachen werden Euch sicher sein. Und ich werde Euch natürlich alles erzählen was ich über Paffis Verschwinden weiß!“


    Agga erhob sich mit einem finsteren Grinsen und baute sich in voller Größe vor dem Mann auf.
    ICH BIN MIR NICHT SICHER, OB DU LEBENSMÜDE ODER EINFACH NUR DUMM BIST! brüllte Agga DU ERDREISTEST DICH MEINEM TREUEN DIENER VERRAT VORZUWERFEN UND IM GLEICHEN ATEMZUG ERHEBST DU ANSPRUCH AUF SEINEN PLATZ AN MEINER SEITE?!?!
    Agga schleuderte einen kleinen Feuerball auf den Unbekannten. Dieser ertrug die Schmerzen ohne einen Laut von sich zu geben. NOCH KEINER HAT ES GEWAGT MICH SO ZU ERNIEDRIGEN! Ein weiterer kleiner Feuerball rauschte auf den Mann herab. Das dreiköpfige Geschöpf in der Ecke jaulte kurz, aber der Mann zeigte keine Reaktion.
    ES WIRD DIR IN DEN UNAUSSPRECHLICHSTEN QUALEN EINE FREUDE SEIN, MIR DEIN WISSEN MITZUTEILEN!!! NIEMAND BELEIDIGT MICH UNBESTRAFT!!! KIRKALOT!!
    Kirkalot sprintete heran. „Ja, Herr!“
    NiMM DIESE DRECKIGE KREATUR IN DEIN GEWAHRSAM UND GEHE SICHER, DASS ER GENUG SCHMERZEN ERFÄHRT!!! LASS IHN AM LEBEN, ICH WERDE IHN IN KÜRZE WEITER BEFRAGEN!!!

    Eine lange Reise - Teil II


    Nach einigen Tagen, in denen Nicknehm die weiten Ebenen und Wälder des Tals durchwandert hatte, fand er immer noch keine Spur seines Freundes. Der Sturm war zurückgekehrt und wehte Schnee in jede noch so kleine Lücke.
    Nicknehm saß im Schutz der Bäume und überlegte, wie er seine Suche fortsetzen sollte. Vielleicht hätte er doch auf Feebles Ratschlag hören und einige seiner Krieger als Späher mitnehmen sollen. Aber der Weg, der vor ihm lag war nur für ihn alleine bestimmt und jede weitere Person würde die Reise nur erschweren.


    Der Halbgott des Lebens began mit dem Gedanken zu spielen, seine Reise fortzusetzen und die Suche abzubrechen, als er den Klang krachender Äste hinter sich vernahm. Nicknehm erhob sich ruckartig und drehte sich kampfbereit um.
    Vom Boden erhob sich eine Gestalt zwischen den abgebrochenen Zweigen und schüttelte den Schnee von sich ab.


    "Meister, es ist schön Euch zu sehen!"
    "Es ist auch schön dich zu sehen, mein alter Freund und ehemaliger Schüler", erwiderte Nicknehm, "wie ich sehe stolperst du immer noch gerne über deine eigenen Beine."
    "Und Ihr scheint immer noch Leute an den entlegensten Orten zu suchen." gab Nebrot leicht beleidigt zurück.


    Ein kurzer Moment der Stille und dann fingen beide an lauthals zu lachen.


    "Es tut gut dich zu sehen, Nebrot", sprach Nicknehm.
    "Nun, Meister. Ihr scheint nicht gekommen zu sein, um mir zuzusehen, wie ich aus den Bäumen falle. Und Euer Gesicht sagt mir, dass es eine sehr ernste Angelegenheit ist", antwortete Nebrot.
    "In der Tat mein Freund, uns bleibt nicht viel Zeit!"
    "Aber lasst uns nicht hier draußen reden", sprach Nebrot, "meine Höhle ist nicht weit entfernt und dort ist es um einiges gemütlicher als hier draußen."


    "Dann lass uns keine Zeit vergeuden. Wir haben viel zu besprechen!", antwortete Nicknehm und die beiden machten sich auf den Weg zu Nebrots Unterschlupf.

    Das Gipfeltreffen - Teil IV


    Die Runde der Götter mit ihren Halbgöttern war erneut zusammengekommen, um über das Turnier zu diskutieren. Inzwischen vermissten beide Götter einen Halbgott.
    Während Uga Nicknehm ziehen lassen mußte, da er die Dringlichkeit seiner Mission erkannte, tappte Agga immer noch über den Verbleib Paffis im Dunkeln. Seine Späher durchforschten jeden Winkeln des Tals nach Hinweisen.


    DAS TURNIER IST DIE REINSTE ZEITVERSCHWENDUNG! STATT GROSSE SCHLACHTEN ZU SCHLAGEN, BEGNÜGEN SICH DIE WEICHLINGE MIT SCHNELLEN SIEGEN. WO IST DER SINN IN EINEM SIEG, WENN NIEMAND LEIDET, WENN NIEMAND DA IST DEN MAN VERHÖHNEN KANN? SAG MIR BRUDER IST DAS ALLES??? polterte Agga in seiner gewohnten Art.
    „Nein mein Bruder, es ist keine Zeitverschwendung. Du siehst wir sitzen friedlich beieinander anstatt uns sinnlos zu bekämpfen. Ich hoffe, ich konnte Dich davon überzeugen, dass keiner meiner Baumhirten für den Tod Deines Spähers verantwortlich und somit der gesamte Krieg hinfällig ist.“ begann Uga ruhig.
    „Und ich bin der Meinung, dass das Turnier durchaus große Leistungen gesehen hat. Auch Du, Agga, mußt inzwischen aus den endlosen Schlachten mit meinen Gefolgsleuten gelernt haben, dass sich nicht immer die rohe Gewalt durchsetzt, sondern häufig Taktik und Gelassenheit, das Warten auf den richtigen Augenblick, der Weg zum Sieg ist!“
    PAH! EIN SIEG OHNE BLUTVERGIESSEN IST KEIN SIEG SONDERN EINE FARCE!!


    „Sieh hier, die Häuptlinge mit dem Namen Irenicus und warhammer und auch JimPanse und Sebi90 haben großartige Leistungen vollbracht und in ihren Gruppen die meisten Höhlen erobert! Wir sollten sie dafür ehren!"
    ICH SOLL DIE KÄMPFER DAFÜR EHREN, DASS SIE KÄMPFEN?? ICH EHRE AUCH KEINEN VOGEL, DAFÜR DASS ER FLIEGT!!! ES IST IHRE AUFGABE, DIE SIE IN MEINEN AUGEN EHER KLÄGLICH VERRICHTEN! WAHRE SCHLACHTEN SEHEN ANDERS AUS!! MEIN SCHÜLER BELGARION, DER NATÜRLICH AUCH IN DIESEM TURNIER WEITER DABEI IST, JA DER HAT ALS ANFÜHRER DER SCHLACHT UM TRUBATSCHS HÖHLE GROßARTIGES GELEISTET!!! mit funkelnden Augen starrte Agga zu Trubatsch herüber, der etwas verlegen seinen Blick abgewandt hatte.
    "Ach Bruder, lass doch diese alten Geschichten ruhen. Wir richten dieses Turnier aus, um wieder Frieden zu schaffen. Lass mich auch die anderen Qualifizierten erwähnen, die nicht minder hart gekämpft haben. Da sind zum einen Hagga, Haktar und auch palme. Und auf der anderen Seite noch kheggi, J-Sylt, Khamul und merlin. Wir werden sie im Finale wieder begrüßen können."
    JAJA, DIESE HÄUPTLINGE HABEN DIE NOCH SCHWÄCHEREN MADEN BESIEGT! ICH SAGE IMMER: NACH DEM KRIEG IST VOR DEM KRIEG UND DIE VIEL ZU LANGE PHASE DAZWISCHEN SCHIMPFT SICH FRIEDEN!!


    Agga sah in der Ferne eine Gruppe Schattenamazonen heraneilen. Selbstverständlich sah er die Geschöpfe Firaks auch wenn sie für die meisten Augen unsichtbar bleiben.
    NA GUT, BRUDER. ICH GESTEHE EIN, DASS DAS TURNIER EIN NETTER ZEITVERTREIB IST! ABER WENN DU DENKST ICH LASSE MICH VON DEINEN INTRIGEN ABLENKEN, DANN IRRST DU!! Damit verließ Agga den Versammlungsort und nahm die Schattenamazonen zusammen mit Firak in Empfang.


    WAS HABEN SIE ZU BERICHTEN, FIRAK??
    „Herr, meine Schattenamazonen berichten, dass sie eine Lagerstätte der Armee Paffis entdeckt haben. Allerdings gibt es dort außer mehrerer Tage alter Brandspuren keine Hinweise auf seinen Verbleib!“ berichtete Firak wie befohlen.
    PAFFI HINTERLÄßT ÜBERALL BRANDSPUREN. MEHRERE TAGE SAGST DU?!? HMM, BISHER WAR PAFFI STETS VERLÄßLICH, UND BLIEB NIE SOLANGE OHNE NACHRICHT FORT!! ABER WAS KÖNNTE IHM ZUGESTOßEN SEIN?? FIRAK, VERDOPPEL DEINE SPÄHER UND LASSE SIE AUCH IN DEN GEMÄCHERN UGAS SUCHEN!!
    „Herr, Uga wird nicht erfreut sein, wenn er sie entdecken sollte!“
    DANN SORGE DAFÜR, DASS ER SIE NICHT ENTDECKT!!!

    Eine lange Reise


    Ein rauher Wind wehte über die verschneiten Wälder und Berge des Nordens. An Tagen wie diesem konnte man kaum einen Steinwurf weit sehen. Die Kälte hatte diese Gegend fest im Griff.
    Doch dies alles konnte die einsame Gestalt nicht aufhalten, die sich zielstrebig durch die Schneemassen vorwärtskämpfte.
    An einer windgeschützten Stelle zwischen einigen Felsen naher einer Klippe legte die Gestalt eine Rast ein und erinnerte sich an den Beginn dieser Reise zurück...



    Flammen loderten an den Wänden um die große Höhle zu beleuchten und ein milder Wind berichtete von dem was außerhalb geschah. An der hinteren Wand schien ein kleiner Wasserfall zu entspringen und das Wasser bahnte sich einen Weg nach draußen.
    Vor dieser Szene trohnte eine Gestalt, die so viel Ruhe und Frieden wie sonst kein Wesen ausstrahlen konnte. Uga, dessen höchstes Ziel es ist, Leben zu kreieren.
    Eine Gestalt trat an Uga heran.


    "Mein Herr, ich bitte dich mich auf eine Reise zu entlassen, während die Spiele stattfinden. Ich habe eine Mission
    von äußerster Dringlichkeit zu erfüllen. Dunkelheit braut sich am Horizont zusammen! Ich muss einen alten Freund
    im hohen Norden aufsuchen, um Antworten auf die vielen Fragen zu finden, die mich in letzter Zeit beschäftigen."


    "Nun gut, Nicknehm," sprach Uga mit sanfter Stimme, "wenn die Gefahr wirklich so groß ist, werde ich dich ziehen
    lassen, auch wenn es mich schmerzt, dass du mich schon wieder verlässt. Aber ich spüre, dass die Zeit drängt und
    ich dich nicht zurückhalten kann. Gehe deinen Freund suchen. Ich werde dir folgen, sobald ich kann."


    "Danke Uga, mein Herr," sprach Nicknehm und wandte sich ab, um die Höhle zu verlassen...



    Der Sturm war weiter gezogen und Sonnenstrahlen liesen die mit Schnee bedeckten Ebenen hell erleuchten. Nicknehm erhob sich und ging zum Rand der Klippe. Vor ihm erstreckten siche weite Ebenen und ein großer Wald, der einen riesigen Sumpf umgab.
    Er war angekommen, doch seine Reise hatte erst begonnen ...

    Gipfeltreffen - Teil III


    SOLLEN SIE SICH DOCH WEITERHIN DIE KÖPFE EINSCHLAGEN! polterte Agga nach einer Weile DAFÜR SIND ES SCHLIESSLICH KRIEGER!


    "Das Tal liegt bereits in Schutt und Asche!" gab Feeble zu Bedenken.
    "Ja, die Frauen und Kinder leiden jetzt schon permanent an Hunger, weil die Armeen die Kornkammern geplündert haben, und die kläglichen Nahrungsmittelvorräten in den Vorratsgruben längst aufgebraucht sind." warf Slavomir in die Diskussion ein, "Wir brauchen undbedingt wieder Frieden, damit die Bewohner das Tal wieder aufbauen können."


    "Ach was," Carmi machte eine wegwerfende Handbewegung, "so lernen die jungen Krieger wenigstens bei Zeiten, sich selbst wirkungsvoll zu verteidigen!"
    "Und beim Auskundschaften von Ugas Lagern können sich die Amazonen früh im Anschleichen üben!" Firak grinste bei dem Gedanken daran zufrieden. "So ein Bürgerkrieg hat duchaus seine Vorteile!"


    Doch Trubatsch schüttelte energisch den Kopf und widerspach seinen Vorrednern:
    "Nein! Wir haben unsere Anhänger durch unseren Krieg in diese Raserei gebracht, also müssen wir auch dafür sorgen, dass sie beendet wird! Sie müssen wieder in Frieden miteinander leben! Klar, die eine oder andere kleine Reiberei zwischen den Clans wird es immer geben, aber dieser abgrundtiefe Hass gegenüber Anhängern des anderen Gottes muss aufhören!"


    WER SAGT DENN, DASS WIR FRIEDEN WOLLEN? DER TOD DES SPÄHERS IST IMMER NOCH NICHT EINDEUTIG GEKLÄRT, GESCHWEIGE DENN GERÄCHT! grollte Agga immer noch vernehmlich.


    "Das ist es!" Slavomir sprang auf und brachte seinen Vorschlag vor: "Wir könnten ein Turnier ausrichten! Und nachdem sie im Moment zu sehr darauf fixiert sind, ob sie nun Ugas oder Aggas Anhänger sind, wird es ein Turnier, in dem die Krieger unabhängig von ihrer Götterverehrung gegeneinander antreten und ihr Können messen."


    Uga lächelte ihm voller Annerkennung zu: "Das ist ein sehr weiser Vorschlag, Slavomir! So könnten wir das Problem lösen."


    Allerdings sahen das Aggas Halbgötter scheinbar anders, wie Kirkalot es mit einem höhnischen Lachen zum Ausdruck brachte: "Das ist doch albern! Kämpfen ohne scharfe Waffen, und ohne sich dabei zu töten! Das ist doch Kinderkram! Lassen wir lieber den Krieg so laufen wie bis jetzt!"


    So ging die Diskussion noch eine Weil zu, ohne dass es zu einer Einigung kam, bis Uga schließlich aufstand und zur Abstimmung aufrief. So kam es, wie es kommen musste: Firak, Carmi, Kirkalot und Agga stimmten gegen das Turnier, Trubatsch, Feeble, Nicknehm, Slavomir und Uga waren für das Turnier und gewannen die Abstimmung mit einer Stimme Mehrheit.


    Agga grollte noch eine Weile ob der Ungerechtigkeit der Abstimmung, aber die Aussichten auf ein kampfreiches Turnier und die Neugier darauf veranlassten ihn letzten Endes, die Entscheidung so zu akzeptieren.

    Gipfeltreffen - Teil II


    Als die Drei in den Kreis der wartenden Götter eingetreten waren, fehlte nur noch der Halbgott des Feuers, Paffi.


    FANGEN WIR OHNE IHN AN. ER WIRD NACHKOMMEN grollte Agga, leicht verärgert darüber, dass ausgerechnet einer seiner Halbgötter zu spät zum Treffpunkt kam.


    "Er hat den weitesten Weg, zudem wird ihn die Kunde von unserem Rat erst spät erreicht haben." versuchte Uga seinen aufgebrachten Bruder zu beschwichtigen. "Aber gut, wenn Du möchtest, beginnen wir ohne ihn. Ich möchte dieses Treffen hier nutzen, um nochmals zu beteuern, dass weder ich, noch einer meiner Anhänger etwas mit dem gewaltsamen Tod Deines Spähers zu tun hatten. Insofern ist dieser ganze Krieg, den wir hier führen, sinnlos."


    DASS DU DAS SO SIEHST WAR JA KLAR WIE EIN GEBIRGSBACH dröhnte Aggas Stimme über den Hügel. WER SONST SOLLTE MEINEN SPÄHER GETÖTET HABEN?!?


    "Ich habe keine Ahnung, wer für den Tod des Kriegers verantwortlich sein könnte. Leider konnte keiner meiner Schamanen den Leichnam betrachten, so dass wir keine Spuren haben." sprach Uga. "Ich mache Dir einen Vorschlag, mein Bruder. Lasst die Waffen ruhen. Lasst uns den Schuldigen gemeinsam suchen, denn es schein jemand zu sein, der uns beiden feindlich gesinnt ist. Warum sonst sollte er ein Interesse daran haben, dass sich unsere Armeen gegenseitig die Köpfe einschlagen?"


    KÖNNTE ES MÖGLICH SEIN, DASS ES DER ALTE MANN WIEDER GEWAGT HAT, EINEN FUSS IN DIESES GEBIET ZU SETZEN? Agga warf einen bohrenden, fragenden Blick in die Runde der Halbgötter.


    Doch Kirkalot schüttelte den Kopf. "Nein, ich glaube nicht, dass er es schon wieder wagen würde" erwiderte er, der vor einem Zeitalter Seite an Seite mit dem Alten Mann dem Tode gedient hatte und ihn kannte wie kein Zweiter. "Der Alte Mann ist durchtrieben und schlau, und es dauert eine Weile, bis er wieder eine schlagkräftige Armee um sich herum versammelt hat. Er wird zweifelsohne irgenwann zurückkommen und versuchen, sein Werk zu vollenden, aber bis dahin vergehen noch viele Monde.


    "Aber selbst wenn wir uns auf einen andauernden Waffenstillstand einigen, müssen wir auch unsere Krieger davon überzeugen. Wenn wir es nicht irgendwie schaffen, dann wird er sein Ziel erreichen ohne jemals augetaucht zu sein" gab Uga seine Bedenken preis.


    Die anwesenden Halbgötter Ugas nickten und sarrten eine Weile nachdenklich ins Feuer. Während die Halbgötter Aggas und dieser selbst aufgeregt murmelten. Ein Waffenstillstand kam für sie eigentlich nicht in Frage, so lange sie nicht eindeutig von der Unschuld Ugas überzeugt waren.

    Gipfeltreffen



    Uga hatte den Platz, an dem der Friedensrat der Götter stattfinden sollte, gut gewählt.
    Auf einem spärlich bewachsenen Hügel waren bereits einige Halbgötter versammelt, und die den Hügel umgebende Ebene bot genug Platz, um den sich nicht ganz wohlgesinnten Armeen genügend Sicherheitsabstand untereinander zu geben.


    Uga stand etwas abseits und beobachtete das Treiben um ihn herum mit Argusaugen. Von der Erhebung aus konnte man deutlich sehen, dass jedes Heer dicht beeinander blieb und ein eigenes, unabhängiges Lager bildete. Zu tief war die Feindschaft zwischen den Anhängern der beiden Götter, als dass sie schnell zum gewohnten, bunten Miteinander hätten finden können. Uga runzelte missbilligend die Stirn und ließ seinen Blick weiter über die Menge schweifen.


    In den Lagern der bereits angekommenen Armeen herrschte reges Treiben. Immer wieder konnte er Streitigkeiten zwischen seinen Kriegern und Anhängern Aggas erkennen. Direkt vor seinen Augen schoss ein aufgeregter Brandfpeilschütze Carmis auf einen von Slavomirs Drachenseglern, der zu nah am feindlichen Lager vorbeischoss. Uga seufzte. Und dann wich die Sorge in seinen Gesichtszügen blankem Entsetzen, als der Schütze von einer Elite-Rennschnecke hinterrücks angegriffen und getötet wurde. Nichteinmal seine höchsten Halbgotteinheiten konnten sich an einen Waffenstillstand halten. Wie sollte er es je schaffen, wieder Frieden in diese Reihen zu bringen?


    Es wurde merklich stiller in den Lagern, als die Krieger ein leises Grollen vernahmen. Das Geräusch wurde immer lauter, und als die Erde unter den den Füßen der Wartenden langsam zu zittern anfing, gab es keine Zweifel mehr: Die Armeen von Kirkalot, Feeble und Nicknehm waren im Anmarsch. Blitzschnell bildete sich eine Schneise für die Herannahmenden, denn niemand wollte sich den Brontosauriern Feebles oder den Kampfmammuts Kirkalots in den Weg stellen.


    Als Uga sah, dass sich Nicknehm, Feeble und Kirkalot dem Treffpunkt näherten, kehrte auch er wieder in den Kreis der wartenden Halbgötter zurück und nahm gegenüber seines Bruders Platz.