Beiträge von Ein Chronist

    Das Ritual: Jedes Ende hat einen Anfang

    Enzio stand vor einem riesigen Blendstein. Hinter ihm waren diverse Instrumente zur Zeitmessung aufgereiht.


    "Sieh Dich vor, die Zeit ist tückisch!“ sagte Enzio ohne sein monotones Gemurmel zu unterbrechen. "Glaube nicht was Du siehst, es sind die Schatten der vergangenen Äonen!“ rief Enzio grade noch als das Bild im Blendstein zu flackern begann.


    Ungläubig blickte Kyrah auf die wabernden Bilder. Sie sah blühende Felder, die zu Einöden wurden und wieder aufblühten, sie sah Armeen überragt von Metallenen Kolossen und längst vergessene Schlachten.


    Enzio jonglierte mit Sanduhren und murmelte weiter unverständliches als er rief "Zu Beginn werde ich die Zeit beschleunigen!“

    Das Ritual: Die Vorbereitung


    Die Eisgöttin blickte sorgenvoll auf den Schein der trüben Eiskugel.
    In Schemen waren zwei Gestalten zu erkennen, die versuchten ihrem eisigen Gefängnis zu entkommen.


    "Mein treuer Gefährte, mit Deinem gewaltigen Zauber haben wir die falschen Götter in meine Eiskugel verbannt, doch wir beide wissen, dass diese Verbannung nur vorübergehend ist." Kyrah blickte zu ihrem in sich zusammen gesunkenen Freund herüber.
    "Ich weiß, dass unser Plan für Dich eine große Kraftanstrengung sein wird. Aber mein Lieber, bedenke, was wir gewinnen können! Wenn ich meine gesamte Machtfülle wieder erlange, können wir den beiden selbst ernannten Göttern entgegentreten und sie endgültig besiegen!"


    Sie legte ihrem Gefährten die Hand auf die Schulter und sprach in ihrer süßesten Stimme:
    "Komm Enzio, lass uns zusammen die Zeit besiegen! Die Göttin des Eises liegt Dir zu Füßen und erbitte Deine Hilfe!“


    Enzios Blick glitt über die Eiskugel und das makellose Gesicht seiner eisigen Gefährtin.
    Sein Blick wurde klar und durchdringend.
    "Mein Vater hat mich verstoßen, Uga duldete mich nur als Halbgott, jetzt ist es Zeit, den beiden undankbaren sogenannten Göttern zu zeigen, zu welchen Taten der Herrscher der Zeit tatsächlich fähig ist!“ Enzio stand abrupt auf.
    "Ja, wir werden das Ritual einleiten und den Weg der Zeit beschreiten!“

    Die Verbannung


    Agga betrachtete sein Werk in Ugas Höhle und seine Augen funkelten bedrohlich durch die Dunkelheit. Wie konnte es sein Bruder wagen zu verschwinden ohne ein Wort zu sagen? Dieser Feigling! Kaum hatte er den Gedanken zu Ende gebracht, schien der Höhlenboden unter seinen Füssen zu schmelzen. Agga wurde tief in das Loch gesogen, welches sich im gleichen Moment wieder schloss.



    Zur gleichen Zeit stand die Eisgöttin triumphierend vor der Eiskugel, in der sie den Zeitstrudel in den die beiden Götter gesogen wurden, beobachten konnte. Ein dunkler Schleier zog sich durch das feine Geäst der Eiskristalle die fast wie Glas wirkten, nur ab und an konnte man das betrübte Gesicht Ugas oder das vor Zorn glühende Anlitz Aggas erkennen. Fast zärtlich fuhr sie mit Ihren Fingerspitzen über die Kugel.


    "Es ist vollbracht mein Freund! Die Götter der Menschen sind besiegt, schnell wird Ihre Macht in MEINEM Tal schwinden, bis sie nur noch eine Erinnerung sind. Ein verglühender Funke in der Nacht. Sieh nur, bereits jetzt sind die ersten Anzeichen zu sehen!" Die Eisgöttin lachte ihr klirrend frostiges Lachen und sah hinüber zu ihrem Gefährten, der erschöpft ein Stück entfernt auf dem Höhlenboden sass und augenscheinlich versuchte wieder zu Kräften zu kommen.


    Sicher, es war für Ihn früher ein leichtes gewesen treue Kämpfer für eine gewisse Zeit aus Höhlen verschwinden zu lassen, aber zwei Götter vorübergehend in einen Zeitstrudel zu verbannen raubte ihm einiges an Kraft, trotz der magischen Hilfe der Eisgöttin.


    "Warte noch kurze Zeit, bis die letzten irdischen Beweise ebenso vom Erdboden verschluckt sind. Die Menschen sind dumm und auf ihren Vorteil bedacht! Schnell werden sie begreifen wem sie von nun an zu dienen haben, dies wird die Stunde meiner eisigen Rache. Niemand stellt sich mir ungestraft in den Weg."

    Das Verschwinden


    Agga schreckte aus seinem leichten Schlaf empor und griff nach seiner immer neben seiner Lagerstätte bereitliegenden Keule. Seine Augen leuchteten glühend rot in der Dunkelheit, als er sich hektisch in seiner Höhle nach dem Angreifer umsah. Doch sie war leer. Gerade entspannte er sich ein wenig, als es ihm klar wurde. Er war nicht angegriffen worden, es fehlte auch nichts aus seiner Höhle. Aber er spürte ganz deutlich einen Verlust. Ein Ungleichgewicht war entstanden. Ein Ungleichgewicht der Mächte, zwischen Gut und Böse.


    UGA! WO BIST DU!
    DU KANNST NICHT EINFACH VERSCHWINDEN! WIR SIND ZWAR BEFEINDETE BRÜDER, ABER DU WEISST DOCH, DASS WIR EINANDER DENOCH BRAUCHEN!


    Agga schlug mit seiner Keule die Einrichtung seiner Höhle kurz und klein, bevor er sich zu dem Unterschlupf Ugas begab, um dort die selbe Prozedur durchzuführen. Denn sein Bruder war wirklich spurlos verschwunden, als hätte ihn der Erdboden - oder besser das ewige Eis des Tales - verschluckt.

    Im flackernden Licht der Feuerstelle in einer Höhle nahe Aggas heiliger Esse konnte man die besorgten Gesichter der beiden Brüder sowie der anwesenden Halbgötter erkennen.
    Auch Eskaler, der Anführer der Preispiraten, war auf einstimmigen Wunsch der beiden Brüder bei der Ratssitzung anwesend. Sie warteten nur noch auf Nebrot, der noch in dieser Nacht von seiner Mission vom Berg des ewigen Feuers zurückerwartet wurde. Er schien Erfolg gehabt zu haben, denn die Kälteperiode, die das Tal wochenlang in eisigem Griff gehalten hatte, war vorbei. Tagsüber taute es bereits, nur nachts hatte Gevatter Frost das Tal Thoka weiterhin in seinem Bann.




    „Ich habe immer das Gefühl, sobald es so kalt ist, dass das Wasser festzuwerden beginnt, eine dunkle Kraft Macht über das Tal erlangt. Ich merke es richtig körperlich, es fällt einem schwerer zu atmen, man bekommt eine Gänsehaut, und es kribbelt im Nacken.“ berichtete Feeble.


    Kirkalot zog eine Grimasse, als er seinen Kommentar „Waschen hilft“ herunterschluckte, bevor er dem ihm sonst verhassten Halbgott des Wassers zustimmend zunickte. Dann begann er, ebenfalls mit ernster Miene, vom Verhör der Schneeschatten zu berichten.
    „Firak ist es ja mit Hilfe seiner Anhänger gelungen, eine Schar Schneeschatten gefangen zu nehmen. Agga und ich waren tagelang mit ihnen in unseren Verließen, um herauszubekommen, was im Tal vor sich geht. Ich erspare Euch Blümchengöttern besser die Einzelheiten des Verhöres. Sie haben zugegeben, dass es eine weitere – äh – gottähnliche Gestalt im Tal gibt. Eine alte Naturgottheit quasi. Man nannte sie im Volksmund „die Eisgöttin“.“


    „Man nannte sie? Hier im Tal gab es kein Leben, bevor wir hierhergekommen sind! Wer nannte sie so?“ hakte Slavomir verwundert nach.


    Kirkalot zog die Augenbrauen hoch und sah Eskaler fragend an. Dieser nickte ihm zu. "Nun, ich glaube, hierzu hat Euch Eskaler später noch etwas zu berichten. Auf jeden Fall haben die Schneeschatten gestanden, dass sie unterwegs waren um uns auszuspionieren. Im Auftrag dieer Eisgöttin. Sie ist wiedererwacht und möchte wieder ihre wie in alten Zeiten über das Tal herrschen. Auch hierüber kann Euch Eskaler mehr erzählen. Ihr ist jegliches Leben verhaßt, womit sie Euch Ugas wohl noch ein bischen weniger mag als uns Aggas." frech schaute Kirkalot in die Runde, aber die Lage war zu ernst, als dass jemand darauf reagieren wollte. "Sie hat auch erkannt, dass sie am besten gegen uns gewinnen kann, wenn Sie dafür sorgt, dass sich Uga und Agga weiter streiten, und somit viel von ihrer Kraft - und ihrer Krieger - für diese Streitereien verbrauchen. Deswegen musste auch Paffi sterben." Kirkalot warf Agga einen besorgten Blick zu, doch als dieser scheinbar in sich gekehrt weiter in das Feuer starrte, fuhr er fort. "Sie hat gehofft, dass du deinem Bruder die Schuld für diesen Mord in die Schuhe schiebst. Zum Glück hat sie Euch unterschätzt. Als sie bemerkte, dass sie zwischen Euch schwerer Misgunst sähen konnte, als erwartet, zerstörte sie die Blume des Lebens, um das Tal in eine Eiszeit zu stürzen. Denn je niedriger die Temperatur und he heftiger die Schneestürme, um so größer ihre Macht. Doch auch das habt ihr mit Erfolg unterbunden." er sah zu Uga und seinen drei anwesenden Halbgötter, bevor er fortfuhr. "Ich hoffe, dass Nebrot wohl zu uns zurückkehrt, und nicht noch ein Gott und seine Anhänger trauern müssen - das würde die Kriegsbereitschaft empfindlich stören." den letzten Satz fügte er schnell erklärend hinzu.

    Die Eiszeit hatte das gesamte Tal in ihren kalten tödlichen Griff genommen.
    Der Wind peitschte unbarmherzig den Schnee in das Tal, die Temperatur war deutlich unter die Nullgrenze gefallen, die Produktion der Facharbeiter hatte sich verschlechtert, die Truppen der Bewohner froren in ihren Fellen und brauchten deutlich länger für ihre Raubzüge.


    Die kleine hagere Gestalt zog seine Felle enger um seinen frierenden Körper und blickte zu seiner Begleiterin. „Dein Plan hat funktioniert. Deine Eiszeit hat das Tal in seinem Bann gezogen! Aber Uga und Agga ruhen nicht. Sie agieren klarer als erwartet. Die Anhänger Ugas haben bereits einige Ableger der Blume wieder an Nebrot gesandt. Wir können uns nicht auf die Auseinandersetzung zwischen Uga udn Agga verlassen, sie scheinen die Gefahr erkannt zu haben. Agga hat einige unserer Schergen gefangen. Ich weiß besser als jeder andere, er wird sie zum reden bringen! Und zwar sehr bald.“


    Die anmutige Frau blickte ihn mit ihren kalten Augen an.
    "Ja, der Fang der Schneeschatten war ein sehr schlauer Zug, da habe ich Firak etwas unterschätzt. Aber dies ist jetzt unwichtig. Mit der Zerstörung der Blume des Lebens und der daraus resultierenden Eiszeit haben wir die nächsten Schritte eingeleitet!"


    Der Mann erkannte wieder einmal, dass er zwar an den Plänen seiner Begleiterin beteiligt ist, aber nicht alle vollständig durchdrungen hatte.
    „Meisterin. Uga und Nebrot sind doch schon dabei, der Blume des Lebens wieder zu erschaffen. Ihre Anhänger haben die Teile gesichert und zusammengefügt. Nicknehm wird Nebrot das Geheimnis der Verschmelzung der Blume verraten haben!“


    War der Blick seiner Begleiterin vorher kalt gewesen so brauchte ihr Ausdruck sein Blut dieses Mal direkt zum Gefrieren. "Du hast mir gesagt, dass nichts beständiger ist als der Hass von Agga auf die Schöpfungen Ugas! Wo ist der Hass jetzt? Wieso läßt Agga die Blume aus seinen Hänen gleiten." Sie seufzte.
    "Uga und Nebrot werden die Blume neu erschaffen. Und sie werden wie Agga zuvor ihre Anhänger für ihre Mühen entlohnen. Sie werden meine kleine Eiszeit wieder aufheben, aber gleichzeitig einen Sturm entfachen! Es wird Zeit, dass ich mich offenbare!"


    Der hagere Mann lächelte erfreut als die Gestalt der Frau von einem kalten bläulichen Funkeln umgeben war.
    "Komm, mein Freund, wir müssen Vorbereitungen treffen. Schon bald werden Uga und Agga erkennen, dass nicht sie über dieses Tal herrschen! Nein, es ist eine andere Gottheit, die das Eis befehligt!"

    Der Händler



    Die Runde der Götter und Halbgötter diskutierte über das weitere Vorgehen.
    „Ja Agga. Ich werde Dich bei der Falle für die Schneeschatten, oder wie immer wir diese Wesen nennen wollen, unterstützen! Es scheint mir eine brauchbare Maßnahme zu sein, mehr über unseren Feind herauszufinden. Vor der Art und Weise der Informationsbeschaffung verschließe ich dieses eine Mal die Augen!“


    Agga nickte. SIE WERDEN NICHT UNNÖTIG LEIDEN!!
    Uga wußte es besser, sagte aber nichts.
    „Wir müssen unsere Informanten unterstützen, sie suchen schon so lange nach dem Schatz, dass sie jeden noch so kleinen Anhaltspunkt wesentlich besser erkennen als jeder von uns! Wir müssen ihnen Zugang zu unseren Gefolgsleuten verschaffen, sie in die Truppen unserer Anhänger schleusen, damit sie direkt im Tale unauffällig Informationen sammeln können.“


    Trubatsch meldete sich zu Wort.
    „Und da liegt ein Problem. So wie wir mit den neuen Informationen unseren Feind einschätzen, ist er detailliert über die Vorgänge im Tal informiert. Wir können nicht einfach unsere Informanten unter unsere Gefolgsleute verteilen. Dies wäre viel zu auffällig und würde unseren Gegner alarmieren! Es könnte fatal sein, wenn wir unser Wissen früher als notwendig offenbaren. Feeble, Nebrot und ich haben da eine sehr gute Idee!“
    Er sonnte sich kurz in der Aufmerksamkeit!
    „Wir benutzen einen völlig neutralen über jeden Zweifel der Parteilichkeit erhabenen Mann, der im ganzen Tal für seine Integrität bekannt ist. Ich habe mir erlaubt ihn einzuladen.“



    Die große Tür schwang auf und ein viel zu modisch gekleideter Mann trat mit etwas bedächtigem Schritt herein. Sein Blick erforschte die große Halle, ruhte immer wieder auf den vielen Kostbarkeiten und endlich auf den Göttern als er näher trat.
    Eine angedeutete Verbeugung legte nahe, dass dieser Mann keinen der Götter als seinen Herrn ansah.


    „Seid gegrüßt, oh Ihr Götter. Die Herren Götter haben mich um ein Gespräch gebeten?“ intonierte Skali mit seiner gewohnt melodischen Stimme.

    Slavomirs Begegnung



    Nebrot erhob sich und begann zu berichten.
    „Wie Du weißt, habe ich schon vor Eurem Eintreffen in diesem Tale gelebt. Ich war hier um meine unter Nicknehm begonnenen Studien über das Leben fortzuführen. Noch zu Zeiten von Samarari suchte mich mein Lehrmeister Nicknehm auf, um mich vor unbekannten Gefahren zu warnen und mich zu bitten, seinen Platz an Ugas Seite einzunehmen. Seine Nachforschungen treiben ihn in die entferntesten Gegenden. Wir haben seit geraumer Zeit keine Nachricht mehr von ihm erhalten.“ Nebrot ordnete seine Gedanken.
    „Sowohl Nicknehm als auch ich haben im Schnee und Eis eine Macht wahrgenommen. Bisher war sie immer schlafend, ohne Bewußtsein, doch jetzt ist eine Veränderung eingetreten. Ich fürchte die Macht ist erwacht! Diese Befürchtung hatte ich bereits seit einiger Zeit, aber erst mit Slavomirs Zusammenkunft mit den Neuankömmlingen wurde es Gewißheit!“ Nebrot winkte Slavomir seine Geschichte zu berichten.


    Slavomir erhob sich ebenfalls und berichtete.
    „Ich war auf einem Ausritt auf Hilde, meiner Lieblingsrennschnecke als sich plötzlich mehrere Gestalten zu mir gesellten. Sie waren genauso schnell wie meine Hilde!“ Slavomir schüttelte immer noch voller Unglauben den Kopf.
    „Sie suchten ein Gespräch und so hielten wir an, um uns in Ruhe zu unterhalten. Sie kannten mich, wußten wer und was ich war und baten um eine Audienz bei Uga. Zuerst wollte ich natürlich die Informationen hören, um zu beurteilen, ob ich dafür Uga vom Rosen schneiden ablenken sollte. Wie Du weißt ist Uga mit seinen Rosen sehr eigen..."
    Agga blickte ungeduldig zu Uga und dieser verstand sofort.
    „Slavomir, bitte fass Dich kurz!“


    „Ja, natürlich.“ Slavomir seufzte. „Wie sich herausstellte waren die Informationen von höchster Wichtigkeit. Diese Wesen sind auf der Suche nach einem verborgenen Schatz und einer verborgenen zerstörerischen Macht. Sie haben bereits verschiedene Gegenden durchwandert und Informationen zusammengetragen. Dieser Schatz spielte ihren Legenden zufolge eine wichtige Rolle im ersten Kampf gegen diese unbekannte Macht, in der sie zurückgeschlagen Aber nicht besiegt wurde. Schließlich waren sie auf einer ihrer Reisen Nicknehm begegnet und sie erkannten die Gemeinsamkeit ihrer Suche.“
    Slavomir sah zu Nebrot herüber, fuhr dann aber selbst fort.
    „Nicknehm schickte diese Wesen zu uns, um uns vor dieser Macht zu warnen und unsererseits nach diesem sagenumwobenen Schatz zu suchen. Der Schatz scheint seit Jahrhunderten unter Tonnen von Schnee und Eis begraben zu sein, aber Nicknehm hat noch mehr berichtet. Diese Kreaturen erzählten von einer Verschwörung! Die hier heimische Macht soll sich mit fremden Kräften fernab dieses Tals verbündet haben.“
    Er holte kurz Luft um seine Worte stärker zu betonen.
    „Wir sind uns sicher, dass dieses Bündnis nur ein Ziel hat: Den Sturz von uns Halbgöttern und schließendlich auch von euch Göttern!“


    Agga sah Uga an und überlegte laut.
    „WIE ES AUSSIEHT, HABEN WIR EINEN GEMEINSAMEN FEIND!“

    Zu Gast bei Uga



    Als Agga den prunkvollen Sitzungssaal in Feebles Wasserschloss betrat, richteten sich 5 Augenpaare auf ihn. Uga war überrascht über die Erscheinung seines Bruders, konnte aber nicht zuordnen was genau sich verändert hatte.
    Uga erhob sich.
    „Bruder! Sei gegrüßt! Es freut mich, dass Du meiner Einladung nun doch gefolgt bist! Wie ich sehe bist Du alleine gekommen. Welch überaus große Geste des Vertrauens!“


    UNSERE KLEINEN SPIELCHEN INTERESSIEREN MICH NICHT MEHR! ICH BIN HIER, WEIL ES WICHTIGE DINGE ZU BESPRECHEN GIBT. WICHTIGER ALS DU DIR AUSMALEN KANNST! antwortete Agga mit klarer Stimme.


    Während Agga sich setzte und Uga zu seinem Platz lief, übermannte ihn die Erkenntnis. Die Augen!
    Aggas Augen waren verändert! Sie waren nicht tiefschwarz, von Nebeln durchzogen oder brennend vor Feuer. Sie waren klar. Uga schüttelte das beängstigende Gefühl ab.


    Agga blickte kurz in die Runde von Ugas Halbgöttern und begann ohne Umschweife.
    PAFFI IST TOT!! ERMORDET!!


    Die Halbgötter schnappten nach Luft, rangen um Fassung. Uga fiel in sich zusammen und widmete ein innerliches Gebet der Seele Paffis. Schließlich fand Uga wieder Worte und bat Agga die Umstände zu erläutern.
    Agga berichtete von Paffis Fernbleiben, von den Vermutungen, vom Bau des Feuerthrons und schließlich vom Schmieden des Talismans des Ewigen Feuers.
    MEIN BRUDER, BEI ALL UNSEREN KÄMPFEN UND BEI ALLER RIVALITÄT, ICH WEISS, DASS DU NIEMALS ZU SO EINER TAT IM STANDE GEWESEN WÄRST. NICHT EINMAL ICH KÖNNTE EINEM DEINER HALBGÖTTER... er blickte in die Runde NEIN, NICHT EINMAL ICH!!


    Uga und seine Halbgötter hatten den Ausführungen gelauscht.
    „Ich weiß, dass Dir unsere Anteilnahme nicht viel bedeutet, aber lass Dir gesagt sein, dass wir allerhöchsten Respekt vor Paffi hatten und sein Leben ehren werden. Ich weiß, dass Du Paffi als Deinen Ziehsohn erachtet hast, nachdem Enzio sich von Dir losgesagt hatte und schließlich seinen eigenen unergründlichen Weg der Zeit gegangen ist.


    ICH DANKE DIR. Sagte Agga völlig untypisch. DU WEIßT WAS DER TOD VON PAFFI BEDEUTET!! ES GIBT JEMANDEN, DER MÄCHTIG GENUG IST EINEN HALBGOTT ZU TÖTEN!! ICH KANN DIR BISHER NICHT SAGEN, OB ES SICH NUR UM EINEN KOMPLOTT GEGEN PAFFI ODER GEGEN MICH HANDELT, ODER OB SICH DIESE MACHT GEGEN UNS BEIDE STELLT!! Agga blickte in die Runde.
    ABER ICH HABE ERSTE MAßNAHMEN EINGELEITET, UM LICHT IN DAS DUNKEL DIESER GESCHICHTE ZU BRINGEN!!
    IN DIESEN STUNDEN BEREITET FIRAK EINE FALLE VOR!! ER HAT MIT SEINEN SPÄHERN KREATUREN AUSGEMACHT, DIE IM SCHNEE UND IM EIS HERUMSCHLEICHEN. FIRAK WIRD MIT HILFE MEINER GEFOLGSLEUTE DIESE WESEN STELLEN, UND ICH WERDE SIE EINGEHEND BEFRAGEN!!
    Über Aggas Augen huschte ein Feuersturm, der in der nächsten Sekunde wieder erloschen war.
    UGA, ICH BRAUCHE DEIN WISSEN UND DEINE ERKENNTNISSE!! WAS HAST DU IM TALE THOKA BEMERKT? HABT IHR KONTAKT ZU DIESEN KREATUREN? WISST IHR ETWAS ÜBER DEN UNSICHTBAREN FEIND? UND VOR ALLEM: WAS IST AUS NICKNEHM GEWORDEN??


    Uga blickte Agga tief in die Augen und sah zum allerersten Mal nichts als Vertrauen.
    „Mein Bruder, ich hatte Dich eingeladen, weil wir beunruhigende Nachrichten erhalten haben. Sie decken sich zum Großteil mit Deinen Ausführungen! Slavomir ist einer Kreatur begegnet. Aber sie sind weder einheimisch, noch für den Mord an Paffi verantwortlich! Aber sie haben interessante Informationen und eine noch interessantere Aufgabe! Doch dies sollen Nebrot und Slavomir selber berichten!“

    Halconnen schrieb:

    Es gibt für die teilweise Erfüllung der Quest bereits eine Belohnung?
    Zudem werden diese Quest-Höhlen beliebter als die normalen sein,deshalb muss man auch mehr Ress reinstecken um sie zu bekommen,eine ganz billige Angelegenheit wirds nicht.Da ist ne Übernahme um einiges günstiger.


    Du hast Dir Deine Frage selbst beantwortet.
    Natürlich kostet das Missen eine Menge Ress. Soll es sogar!
    Und genau deswegen gibt es auch dafür schon eine Belohnung.


    Es handelt sich offensichtlich um einen zweigeteilten Quest.
    1. Missionierung
    2. Höhle verteidigen/erobern + VA-Bau


    Beides wird belohnt.
    Es kann also zwischen 4 und 8 Questsieger geben! (Davon ausgehend, dass kein Spieler zwei Höhlen misst/erobert.)


    Welche Aufgabe letztendlich schwerer ist, liegt an der Spielerschaft. :p

    Homerjay schrieb:

    und was is das?


    Das sind die Leute, die hinter den Quests stehen und sich das ganze ausgedacht haben.


    Bei jedem Quest steht bereits vorher genau fest wofür es was gibt.
    Die Belohnungen werden äußerst selten bekannt gegeben!

    Halconnen schrieb:

    Warum missen?


    Weil es dafür eventuell eine Belohnung gibt? ;)


    Btw: Unmengen an Ressis sind es ja nicht.
    Gut eingespielte Teams müssen letztendlich nur 25% der Ressourcen tatsächlich ausgeben, die sie bewertet bekommen.

    Homerjay schrieb:

    Was bekommt man den hübsches wenn das alles vorbei ist, weiß das wer?


    Ja, das Questteam. ;)


    @ Sir_Dragon: Die maximale Höhlenzahl wird für diese Quest nicht verändert.
    Als 6 Höhler kannst Du die Höhle nicht missen und nicht übernehmen, aber das heißt noch lange nicht, dass Du Dich nicht am Quest beteiligen kannst. ;) 
    Zudem hast Du die Möglichkeit des Weitergebens von Höhlen ja schon angesprochen.



    Dieser Quest zielt ganz klar auf die Zusammenarbeit eines Stammes oder befreundeter Spieler ab! :p
    Stichworte: Ress reinschaffen und rausholen, Mitmisser rausdrohen oder angreifen, fertig gemisste Höhle klauen bzw verteidigen etc.


    Streitigkeiten um diese Höhlen sind von Agga mehr als erwünscht.
    Er mag zwar grad von Rache an dem Mörder von Paffi getrieben sein, aber ein paar schönen Kämpfen guckt er immer gerne zu. :)

    Zitat

    Die Höhlen werden nach erfolgter Missionierung bis zum Ende des Questes echte Übernehmbare Höhlen sein...
    ... Erst nach Lösung des Quests, wird die Höhle wieder auf "normal" übernehmbar gesetzt!
    Desweiteren wird die Höhle jederzeit auch UNABHÄNGIG von der Beziehung Krieg übernehmbar sein, solange der Quest läuft!


    "Echte" ist etwas falsch ausgedrückt.
    Es wird für die Laufzeit des Quests eine Übernehmbare Höhle nach den Regeln in früheren Runden, dh sie ist jederzeit von jedem Spieler übernehmbar!
    -> Agga möchte seine Krieger kämpfen sehen!


    Nach Questlösung wird die Höhle wieder normal übernehmbar gesetzt, dh nur im Krieg oder unter Stameslosen wie jede andere übernehmbare im Spiel auch.
     

    Zitat

    Unabhängig von der Anzahl der Höhlen des missionierenden Spielers wird die Höhle auf übernehmbar gesetzt!
    Deshalb raten wir davon ab, diese Höhle mit weniger als 3 festen Höhlen zu missen!


    Dies bezieht sich auf die Missionierung der ersten beide Höhlen, die dann normalerweise fest sind. Die maximale Höhlenzahl bleibt unberührt!
    Missioniert ein Spieler mit bspw. 2 Höhlen diese Höhle, so ist es erstmal eine feste Höhle. Nach den Questbedingungen wird die Höhle aber auf übernehmbar gesetzt!
    Daraus folgt, dass besagter Spieler nur 2 feste Höhlen hat und keine 3te feste mehr bekommen kann, da immer die ersten beiden missionierten Höhlen fest sind!


    Die benötigten Punkte sind die einer normalen Missionierung.




    Edit: Danke schuti + Bortman, war dann ja doch nicht so missverständlich.

    Nächtliche Zusammenkunft


    Die Gegend war fast taghell erleutet , obwohl es mitten in der Nacht war. Zum einen reflektierte die tiefhängende, weiße Wolkendecke das Licht des Vollmondes, und dieses bereits vervielfachte Licht wurde noch einmal von der geschlossene Scheedecke in das Auge der Betrachter zurückgeworfen. Aber die beiden Gestalten, die auf einer kleinen, schneebedeckten Anhöhe standen, hatten keine Augen für dieses winterliche Szenario. Eine von ihnen war in wärmende Wolfsfelle gehüllt, die andere trug ein zotteliges Mammutfellstück um sich herum geschlungen.


    "Ich habe Dich gewarnt, Meisterin! Ich kenne die beiden Brüder nur zu genau. Immerhin bin ich das Fleisch und Blut des einen, auch wenn ich mich bald von ihm abgewendet habe. Er ist mächtig, und sein Jähzorn verleiht ihm Kräfte, die es ihm ermöglichen, fast alles zu bewerkstelligen. Er kann Armeen in den Tod führen und Schlachten gewinnen wie kein Anderer! Aber auch sein Bruder ist nicht zu unterschätzen. Er wirkt zwar wie ein harmloser, verweichlichter Blumenzüchter, aber auch er weiß sich zu wehren, hat er doch in den vielen Scharmützeln mit seinem Bruder gezeigt, dass auch er die Sprache der Gewalt sprechen kann."


    Die angesprochene Gestalt atmet einmal laut hörbar ein und wieder aus, bevor sie ein Wolfsfellstück aus ihrem Gesicht zurückschlug und sie dem Sprecher antwortet: "Ich weiß, treuer Freund, ich weiß. Spätestens seit er es geschafft hat, die magische Esse zu bauen, mit der er zweifelsohne eine so mächtige Glut entfachen kann, die es ihm erlaubt, den Talisman des Feuers wieder zu schmieden, weiß ich, dass er mir fast ebenbürtig sein könnte. Aber er hat einen wunden Punkt, seinen Jähzorn. Wenn wir es schaffen, ihn uns zu Nutzen zu machen, haben wir die halbe Schlacht gewonnen! Was mir mehr Sorgen bereitet ist, dass ich noch nicht herausgefunden habe, was die Prophezeiung mit dem anderen Symbol gemeint hat. Es muss noch einen Antagonisten in diesem Tal geben. Nur was ist das? Eis?"


    Ihr Begleiter schüttelte energisch den Kopf. "Nein, Eis kann es nicht sein. Eis ist kein Symbol des Lebens, zumindest nicht in dem Sinn. Wir werden es finden, unsere Spione sind bereits im ganzen Tal auf der Suche."

    Des Rätsels Lösung(en)


    Feeble war leicht enttäuscht, als ein in Ugas Lager ankam und feststellen musste, dass die anderen drei Halbgötter bereits vor mehreren Tagen mit der Kunde eines gelösten Rätsels angekommen waren.


    "Naja, das passt doch, Brontos sind ja auch langsamer als Drachensegler." zog Slavomir den Neuankömmling mit gutmütigem Spott auf. "Haha, sie können ja auch kaum fliegen! Aber dafür halten sie Angriffen von Gegnern stand, bei denen Deine Drachis beim blosen Anblick tot umfallen würden!" konterte Feeble leicht zickig. Doch bevor ein ernsthafter Streit zwischen den beiden entstehen konnte, ergriff Uga schnell das Wort und schlichtete: "Jedes Geschöpf Ugas hat seine Vorteile und ist auf seine eigene Art unvergleichlich. Wollt Ihr nicht lieber wissen, welche unserer treuen und eifrigen Anhänger die Rätsel lösen konnten?"
    Das Genzanke hörte augenblicklich auf und vier fragende Augenpaare richteten sich auf den Sprecher.


    "Als allererstes erreichte mich ein Gebet von adlones, der um ein paar Spitzmäuse bat, die ich auch sofort zu Nebrots Baumhaus sandte. Kurz darauf machte der Anbeter des Lichts, der den Namen Mauke trägt, auf sich aufmerksam und erbat und erhielt ein Transportboot, mit dem er Rohstoffe in Trubatsch's strahlende Festung zauberte. Später noch im selben Monat wurde von jabba99 eine magische Formel gemurmelt, auf Grund derer sich durch eine Zeitlupe in Slawomirs windiger Burg selbst die Drachensegler fast so langsam wie Brontosaurier bewegten. Aber dann dauerte es noch fast 2 Monate, ehe ork durch seine Formel einen Ruf der Zwerge in Feebles Wasserschloss beschwören konnte und Feebles Brontos schrumpfen ließ. Wir freuen uns sehr, so eifrige und gelehrige Schüler zu haben und werden ihnen sofort eine Belohung für ihre Mhen zukommen lassen. Geht, meine Halbgötter, hinter die kleine Hügelkette, wo die Belohungen darauf warten, von Euch überbracht zu werden."


    Die Halbgötter nickten und machten sich sofort auf den Weg, um die Geschenke den Gewinnern des Wettbewerbes zu überbringen.

    Leiser Ruf der Zerge


    Als Feeble von seinem Rundgang zurückkam, traute er seinen Augen kaum. Irgendwelche grauen, kleinen Geschöpfe weideten vor seiner Höhle, wo, als er sie verlassen hatte, noch 5 stattliche Babybrontos gestanden waren, die ihm rätselnde Anhänger in den letzten Tagen gesandt hatten. Beim Näherkommen erkannte er, dass es immer noch seine 5 Babybrontos waren, die aber um einiges geschrumpft waren. Das hieß, dass einer seiner Anhänger die Questfrage gelöst und die Erkenntnisse erlangt hatte, um einen Ruf der Zwerge auf seine Höhle zu sprechen. Sofort machte er sich auf den Weg zu Uga, um zu erfahren, wer der fleißige Rätsellöser war.

    Zeitlupe


    Ein Lächeln huschte über Slavomirs Gesicht, bevor er in schallendes Gelächter ausbrach. Es sah einfach urkomisch aus. Seine Mitbewohner schüttelten fassungslos die Köpfe, doch das störte den vergnügten Halbgott des Windes wenig. "Die Quest scheint gelöst zu sein" sprach er zu ihnen, um sich gleich wieder vor Lachen zu kringeln. Vor ihm flogen Drachensegler, die schnellsten Geschöpfe Ugas, wie in Zeitlupe. Man konnte so den Bewegungsablauf ihres Fluges sehen, und erkennen, dass es sich keineswegs um flinke, geschickte Flieger handelte. So verlangsamt sahen sie vielmehr aus wie hyperaktive Flattermänner, die nur durch hektisches Flügelschlagen in der Luft zu bleiben vermochten.
    Als er sich von seinem schlimmsten Lachanfall erholt hatte, erhob er sich, um sich auf den Weg zu Uga zu machen. Schließlich mussten sie die Gewinner des Wettbewerbes küren und belohnen.

    Ugas Transportboot


    Nur einige Tage später hielten Trubatschs Gehilfen hörbar die Luft an, als ihr Gebieter von einem seiner Rundgänge zurückkam und beim Betreten seiner dunklen Höhle (allein das war dem Halbgott des Lichtes ein Graus) zuerst über einen Haufen Steine stolperte, die offensichtlich jemand dort mitten in den Weg gelegt hatte, und dann krachend in den dahinter aufgetürmten Stapel Holz fiel. Er fluchte weithin hörbar, bis er bemerkte, dass jemand auch Nahrung in seinen Unterschlupf gebracht hatte. "Welcher von Euch Tölpeln hat mir diese Stolperfalle gelegt?" rief er in die Kälte hinaus. Doch als er seine Gehilfen nur ratlos mit den Schultern zucken sah, ging ihm ein Licht auf. Natürlich! Das muss ein Transportboot gewesen sein! Die Quest war zum Teil gelöst. Da nur Uga sagen konnte, wer um das Ereignis gebeten hatte und somit die Quest auflösen konnte, machte er sich umgehend zu diesem auf den Weg.

    Spitzmäuse!


    Nebrot sprang wie von der Tarantel gestochen auf, als mit einem lauten "Pflopp" ein Teil seiner Verteidigungsanlagen verschwanden. Er ahnte zwar schon, was geschehen war, lief aber dennoch hinaus, um sicherzugehen. Tatsächlich, jemand hatte das Wunder "Spitzmäuse" auf seine Höhle gewundert, und somit die schönen Holzpiekser verschwinden lassen. Sofort machte sich der Halbgott des Lebens, wie mit den anderen vereinbart, auf den Weg. Er sollte nun Uga aufsuchen, um ihm zu berichten, dass sein Teil des Rätsels nun bereits gelöst wurde.