Beiträge von Ein Chronist

    Re: Beschäftigungstherapie


    Shadow-Dragon schaute immer wieder auf die Tafeln.


    Das sah ja nach noch mehr Arbeit aus!


    „Aber warum mir selbst den Kopf zerbrechen? Es gibt doch bessere Arten des Zeitvertreibs. Zumal die Schattenamazone, die ihm große Vorkommen von Schwefel im Tal gemeldet hatte, hübsch anzusehen war.“


    Er ließ einen Steinmetz kommen und diktierte:


    „Meinem Vater wurden 14 Steintafeln geschickt:


    [IMG:http://www.uga-agga.info/files/steinpuzzle.gif]


    Die Bruchstücke sind zum Teil schadhaft. Wer sie richtig zusammensetzen, ergänzen und erklären kann, erhält eine Belohnung.


    Die Belohnung wird sich nach der Qualität der Erklärung richten.


    Mein Bruder Firak nimmt sie innerhalb der nächsten 7 Monate per Steintafel im Tal entgegen.“


    Er überlegte kurz, Firak war gerade bei AGGA zu Besuch. „Schreibt an AGGA und meißelt Firak obendrüber.“


    Er kicherte, galt es doch als sicher, daß Firak sowieso alle Talpost las.


    Er nickte zufrieden. So konnte er sich mit der Schattenamazone befassen und dennoch würde das Rätsel um die Steinplatten gelöst werden können. Und Firak war beschäftigt, während er mit der Schattenamazone beschäftigt war.


    „Wie hieß sie nur? Irgendwas mit Nuss?“


    Pfeiffend lief er ins Tal.

    Re: Beschäftigungstherapie


    „DAS SOLL ETWAS FÜR MICH SEIN? FÜR MICH?!


    SOLL ICH DAMIT MEINEN HOF PFLASTERN? ICH FASSE ES NICHT!“


    AGGA war außer sich, was zur Folge hatte, daß er nun alleine in dem Raum war. Sein Zorn ließ selbst den Boden beben.


    Die Steintafeln flogen in hohem Bogen aus der Fensteröffnung.


    „WIE HEISST DER WICHT, DER ES WAGTE, MIR DAS ZU SCHICKEN? ER WIRD LEIDEN, LEIDEN, LEIDEN!


    AGGA lachte, aber das Lachen ging einem durch Mark und Bein.



    Shadow-Dragon war zwar nicht wirklich in der Nähe als AGGA seinen Wutanfall bekam, aber bei der Lautstärke verstand man AGGA im gesamten Tal.


    Neugierig geworden sammelte er die Tafeln auf. Die Stellen, die auf dem Boden aufgeschlagen waren, bröselten ab und darunter kamen Symbole zum Vorschein.


    Er starrte die Tafeln an. Auf einer Tafel konnte man andeutungsweise ein Feuersymbol entdecken.


    „Feuer? Feuer ist immer gut“, dachte er sich. Er beschloß, auch die anderen Symbole frei zu legen und den Übersendern in AGGAS Namen eine Kleinigkeit zukommen zu lassen - auch wenn AGGA immer noch tobte.


    Er machte sich an die Arbeit.

    Re: Der Wettbewerb der Häuptlinge


    Re: Der Wettbewerb der Häuptlinge


    Re: Beschäftigungstherapie


    Uga blickte über die drei neu angelegten Felder.


    Was da zum Vorschein kommen würde?


    Er blickte fragend zu Nebrot: „Hast Du schon so unterschiedliche Keimlinge gesehen? Ich kann mich nicht erinnern, so etwas schon mal gesehen zu haben.“


    Nebrot lachte: „Wenn Du die Pflanzen schon kennen würdest, wäre es doch gar nicht so interessant. Ein wenig Geduld musst du schon aufbringen.


    Komm, wir schauen mal, ob Skon-Tho wieder eine seiner Geschichten erzählt. Das lenkt dich ab.“

    Re: Der Wettbewerb der Häuptlinge


    Re: Der Wettbewerb der Häuptlinge


    Ein paar Tage vergingen, bis einige von Skon-Tho gesandte Rennende Knüppelkrieger die Bedingungen des Wettkampfes lieferten.


    Re: Familientreffen


    Selbst Agga wandte den Blick von den Bergen von Toten und Verstümmelten ab.
    DIES WAR KEIN KAMPF, DIES WAR EIN GEMETZEL! NATÜRLICH HABE ICH ES GENOSSEN, DOCH EIN DERMASSEN VERLASSENER UND VERRATENER GEGNER SCHMÄLERT MEINEN SIEG!!


    Neben Agga hatten sich nur Uga und Kirkalot im Herzen der feindlichen Höhle eingefunden. Während Kirkalot die Verwüstung und Zerstörung mit ausdrucksloser Miene zur Kenntnis nahm, hatte Uga seinen Blick gesenkt.
    „Verrat und Feigheit! Selten ist mir soviel Niedertracht begegnet! Statt sich zu ergeben und ihre Niederlage einzugestehen, hat Kyrah alle ihre Gefolgsleute in den Tode getrieben und ist dann geflohen!“ Uga schüttelte fassungslos den Kopf.
    „Hoffentlich finden die Krieger im Tode ihre Ruhe. Wenigstens bleibt ihnen den Schmach erspart, ihre Eiskönigin fliehen zu sehen.“


    Als die Brüder in das provisorische Lager der vereinigten Truppen zurückkamen, traten ihnen die übrigen Halbgötter entgegen.
    „Die Flucht von Kyrah destabilisiert das Tal. Ich fürchte es wird schon sehr bald zerfallen!“ sagte Nebrot.
    „Es hat schon begonnen, dass Nichts greift um sich!“ rief Firak. „Wir werden es nur mit vereinten Kräften aufhalten können! Aber wir müssen uns beeilen!“
    Agga blickte seinen Bruder an, der wortlos den Kopf schüttelte.
    NEIN, WIR WERDEN DIESES TAL NICHT RETTEN. ZU SEHR IST ES VON DER VERBLASSENDEN VERFLUCHTEN MACHT KYRAHS ABHÄNGIG! Agga machte eine äußerst abfällige Handbewegung.
    NEIN, WIR WERDEN MEINEM SOHN FOLGEN! WIR WERDEN EIN NEUES TAL ERSCHAFFEN, FERNAB VON KYRAH UND IHREM WIDERLICHEN WINTER! WIR WERDEN UNSERE GEFOLGSLEUTE UM UNS SCHAREN UND UNS AUF DEN UNWAHRSCHEINLICHEN TAG DER RÜCKKEHR VON KYRAH VORBEREITEN!


    Die Halbgötter nickten beipflichtend. „So sei es! Laßt uns unsere Zelte abbrechen und uns auf die Reise vorbereiten!“ sagte Uga und wandte sich zum Gehen.
    „Ich freue mich auf unser Wiedersehen, Bruder!“
    AUF DEM SCHALCHTFELD, ABER DIESMAL WIEDER ALS GEGNER, HOLDER BRUDER!! rief Agga ihm lachend nach.



    -----------------


    Damit ist das Rundenende komplett.


    Die Bewegungsgeschwindigkeit sinkt um weitere 0.15, auf insgesamt -0.35.
    Alle Höhlen im äußeren Kreis sind jederzeit übernehmbar.
    Im inneren Kreis bleiben die festen Höhlen erhalten.
    Alle Übernahmen benötigen ab sofort nur noch den 2fachen Speed und nicht mehr den 5fachen!!


    Im äußeren Kreis gibt es insgesamt 9 Höhlen, die weiterhin fest bleiben.
    Dies ist Aggas Belohnung, an die insgesamt drei Stämme, die zusammengearbeitet haben, um ihm Kyrahs Artefakt zu senden.


    Viel Spass bis Montag abend. :-)

    Kyrah war aufgebracht.
    Die Armeen der beiden Brüder sammeln sich, das Artefakt wurde von den Anhängern des falschen Gottes zusammengefügt. Jetzt sitzt der finstere Agga auf dem Artefakt und versucht es mit Sicherheit zu seinem Vorteil zu nutzen.
    Kyrah schmunzelte.


    Sie hatte dies vorausgesehen. Agga wird nicht viel Freude an ihrem Eigentum haben. Im Gegenteil, es wird das Tal einen Schritt näher an den Abgrund heranführen.
    Längst hatte Kyrah den ernsthaften Glauben an einen Sieg aufgegeben.
    Zwar war Enzio nicht in das feindliche Lager gewechselt, sondern hatte tatsächlich seinen eigenen Weg eingeschlagen, doch ohne die Fähigkeiten von Enzio rechnete sie sich trotz ihrer riesigen Armee keine ernsthaften Chancen aus, der gesammelten Macht der beiden Brüder dauerhaften Widerstand zu leisten. Geschweige denn einen Sieg davon zu tragen.


    Kyrah lächelte ihr eisiges Lächeln.
    „Sie werden ihre Siege teuer bezahlen! Agga wird sich über die Wirkung des Artefaktes wundern!“




    Agga blickte auf in irrsinniger Ekstase tanzende Schamanen und fragte sich erneut ob all der Schwefel und die anderen Kräuter wirklich notwendig waren. Er kam zu dem Schluss, dass sie nicht erforderlich waren, konnte es seinen Anhängern aber nicht verdenken sich reichlich zu bedienen.
    Immerhin stand die entscheidende Schlacht bevor. Sobald Kyrhas Artefakt eingeweiht war und er die Macht in seinen Händen hielt, sammeln sich die vereinten Truppen und werden die ersten Unterschlüpfe von Kyrah angreifen.
    Jadefoxx hatte Agga das Artefakt im Namen der Stämme Mammoth, Igews und Corvus Corax überbracht. Agga würde sich später eine entsprechende Entlohnung ausdenken.


    Zuckenden Bewegungen gingen durch die Reihen der tanzenden Schamanen. Der Kristall glühte weiß, dann blau und verfärbte sich schließlich zu einem unheilvollen violett.
    Agga stand auf und alle Anwesenden spürten, dass von dem Artefakt eine zutiefst negative Energie ausging. Diese Energie schien weiter anzusteigen. Die Schamanen fielen der Reihe nach um, auch die Krieger in einiger Entfernung konnten sich nicht mehr auf den Beinen halten.


    Endlich hatte der Energie ihren Höhepunkt erreicht. Der Kristall glühte und gab mit einem lauten Donnern die Energie frei. In einem sich immer schneller ausbreitetenden Kreis durchflutete die Energie das Tal.


    Agga setzte sich. „Kyrah! Diese hinterlistige Schnäpfe! Firak! Bringe sofort in Erfahrung welche Auswirkungen Kyrahs Plan auf das Tal hat! Carmi! Gehe umgehend zu Uga und stimme Dich mit ihm ab! Kyrah hat uns ausgetrickst!“




    Einige Zeit später trat Firak an den äußerst finster dreinschauenden Agga heran.
    „Herr, Kyrah hat die Grenzen eingerissen! Sie hat erneut die Anhänger Deines Bruders gegen unsere aufgehetzt! Sie verführt sie mit Macht! Sie alle können ihren Einfluß unbegrenzt erweitern ohne dafür offizielle Beziehungen zu ihrem Feind zu haben!“
    Agga nickte wortlos. Kyrah hatte den ersten Schritt getan.
    Wie besiegt man einen Feind, der die Niederlage schon eingesehen hat?





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    Klartext:


    Übernahmen sind ab sofort jederzeit möglich.
    Die Höhlengrenze ist abgeschafft.


    Farmpunkte werden zwar gezählt, haben aber keine Wirkung mehr.


    Um ganz ehrlich zu sein: Die Höhlengrenze ist nicht abgeschafft.
    Sie liegt nur bei 10.000 Höhlen. Wer diese erreicht, kann sich dann melden.

    :D 

    Re: Vorahnungen


    Uga blickte in den Schneesturm.
    Eine ganze Woche war der Halbgott der Zeit sein Gast gewesen. Uga war höchst erfreut die alten Tage aufleben zu lassen und mit Enzio wieder viele interessante Gespräche, tiefgehende Diskussionen und so manche sinnfreie Debatte führen zu können.
    Doch jetzt war Enzio davon gezogen, um dem kommenden Schlachtenlärm zu entfliehen.


    „Herr, es ist angerichtet. Agga ist mit seinen Halbgöttern eingetroffen, wir müssen die Vorbereitungen planen!“ rief ihm Slavomir zu.


    Einige Minuten später erstattete Firak Bericht.
    „...so konnten wir einige ihrer Unterschlüpfe entdecken. Die sind ausgebaut wie Festungen, diverse Verteidigungsanlagen schützen die Eingänge. Viele Krieger haben wir gesichtet, ihre Zahl muß in die Hunderttausende gehen. Vorrangig haben wir Tick-Tack-Männer und Zeitreisende entdeckt, aber auch eine uns unbekannte Gattung.“


    Agga ergriff das Wort.
    „Diese uns unbekannten Krieger umschrieb Enzio als Eisheilige. Sie scheinen die Elite von Kyrah zu sein, selbst Enzio hat sie niemals in Aktion gesehen, aber Gerüchten zufolge können sie Schaden verursachen wie ein Mobiles Katapult und ein Rollender Panzerwagen! Es müssen herrliche Kriegsmaschinen sein! Es wird mir eine Freude ihnen im Kampf gegenüber zu stehen!“


    Uga erhob sich.
    „Mein Bruder, ich sehe den Kampfrausch in Dir emporsteigen. Doch ich empfehle eine durchdachte Vorgehensweise! Mit Kirkalot, Shadow-Dragon und der bezaubernden Carmi habe ich mich kurz besprochen, auch sie halten eine allgemeine Schwächung des Gegners für sinnvoll. Wir haben auf unserer Seite die Mittel eine solche Schwächung auszugleichen, Kyrah vermutlich nicht!“
    Kirkalot nickte. „Ich werde meine Rituale der Zerstörung vollziehen und die Widerstandskraft aller Krieger reduzieren. Shadow Dragon und Carmi werden unser Heer mit zusätzlicher Widerstandskraft versorgen, so dass wir einen zusätzlichen Vorteil erringen sollten!“
    „Und hier kann ich auch helfen!“ Feeble stand zufrieden auf. „Ich werde die Größe verringern und gleichzeitig unseren Angriff mit zusätzlicher Größe versorgen!“


    Uga lächelte Feeble fröhlich an und fuhr fort.
    „Nebrot wird zusätzlich die Verteidigung schwächen. Ja, ich denke wir sind gut vorbereitet. Laßt uns die Rituale beginnen! Bis dahin sammeln wir unsere Truppen möglichst unauffällig in verschiedenen Höhlen! In einigen Tagen treffen wir uns hier wieder und besprechen die letzten Einzelheiten des Angriffs!“

    Re: Vorahnungen


    Enzio schritt einen langen dunklen Korridor entlang. Auch die anschließende große Halle lag im Halbdunkeln. Ohne einen Blick für die Umgebung und ohne ein zögerliches Zeichen schritt Enzio auf den riesigen Thron zu, nahm die vordersten Stufen und kniete sich zu Füßen der riesenhaften Erscheinung.
    „Vater!“ sagte Enzio mit klarer Stimme.


    Einige Sekunden der Stille verflogen bis ein Rascheln Bewegung andeutet.
    „MEIN SOHN, DU BIST ZURÜCKGEKEHRT!“ rief Agga. „ERHEBE DICH! UND DANN ERKLÄRE DICH!“


    Enzio stand auf und blickte jetzt das erste Mal seit vielen Zeitaltern seinem Vater direkt in das Gesicht. Enzio registrierte, dass sich das Antlitz seines Vaters kaum verändert hatte. Tiefe Furchen und riesige Narben zogen sich über Aggas Gesicht. Enzio wusste natürlich, dass Agga diese Narben nur aus reiner Eitelkeit trug. Dennoch versetzte Enzio der Anblick einen leichten Schock. Diese glühenden unnachgiebigen Augen musterten ihn und verlangten nach einer umfassenden Erklärung. Er war nicht sicher, ob er diese Erklärung liefern konnte.


    „Vater, ich habe viele Reisen unternommen, viele Zeitalter erforscht und großes Wissen erlangt. Aber ich habe auch viele Fehler begangen, falsche Entscheidungen getroffen, Wege ohne Ziel eingeschlagen. Doch jetzt sehe ich wieder klarer, ich komme direkt vom Orakel der Alten weisen Frau.“ Enzio zögerte, aber in Aggas glühenden Augen zeigte sich noch keine Regung. „Vater, ich möchte mich mit Dir versöhnen. Ich möchte mich mit Dir aussprechen, meinen Frieden machen, in Dir nicht nur meinen Vater, sondern auch wieder meinen Mentor, Ratgeber und nicht zuletzt Freund sehen! Aber ich möchte meine Freiheit behalten, nicht zurück in den warmen Schoss, ich möchte weiter nach Wissen forschen, der Zeit weitere Geheimnisse abtrotzen, Täler jenseits aller Vorstellungskraft sehen.“
    „Vater, nach all diesen Reisen, nach all diesen Erfahrungen möchte ich an Dein prasselndes Feuer zurückkehren und mit Dir als Freund bei den edelsten Tropfen zusammensitzen und über die großen und kleinen Dinge reden. Ich möchte mit Dir über über die Wirrungen der Zeit diskutieren und über den blödesten Brandstifter lachen. Vater, ich bitte Dich akzeptiere mich als Deinen Sohn so wie ich bin, nicht an Deiner Seite, aber immer in Deinem Herzen!“


    Als Enzio endete schien das Feuer in Aggas Augen erloschen zu sein. Agga starrte Enzio ein paar Sekunden an und räusperte sich dann. Mit weicher Stimme sprach Agga:
    „Mein Sohn, ich war darauf eingestellt mir mit Dir heiße Diskussionen, unnachgiebige Wortgefechte und Streitgespräche mit vielen verletzenden Worten zu führen. Ich war voller Spannung, voller Entschlossenheit Dich mit Worten zu besiegen. Aber jetzt, ohne dass ich das Wort ergriffen habe, ohne dass ich meine Sichtweise dargelegt habe, nur mit einer einzigen kurzen Rede von Dir bin ich bereits besiegt! Ja, ich bin besiegt, sämtlicher Verteidigungen sind nieder gerissen, alle Kampfkraft erloschen, und dennoch – ich habe gewonnen! Ein größerer Sieg als ich mir je erträumen konnte!“


    Agga stand auf und schloss Enzio in seine kräftigen Arme.
    „Mein Sohn ist zurück. Nicht als mein Gefolgsmann, sondern als mein Freund! Enzio, ich bin glücklich und freue mich bereits jetzt auf unsere Stunden am Lagerfeuer!“
    Enzio nickte freudestrahlend und verkniff sich ein paar Tränen.




    Ein paar Stunden später wurde Agga ernst.
    „Enzio, es ist mir eine Freude mit Dir über so viele Dinge zu reden, aber natürlich muss ich Dich auch nach Kyrah fragen. Wie bist Du mit Ihr zusammengetroffen, warum bist Du ihr gefolgt und schließlich muss ich wissen, wo ihre verborgenen Truppen sind, wie groß ihre Anzahl ist. Und natürlich alles was Du zu den Artefakten weißt!“


    Enzio hatte diese Fragen erwartet und sammelte seine Gedanken.
    „Getroffen habe ich Kyrah auf einer Reise in die Vergangenheit. Sie war weise, mächtig und hatte interessante Visionen. Ehe ich mir wirklich gewahr geworden bin, war ich schon in ihrem Bann. Sie verschaffte mir Zugang zu großem Wissen. Das komplette Wissensgebiet des Winters und des Eises stand mir mit einem Mal offen.“
    „Ich erkannte nicht wie sie mich manipulierte, wie sie meinen Ärger über meine Familienverhältnisse ausnutzte. Kyrah gab mir immer genau soviel wie ich brauchte, keinen Bissen mehr. Sehr schnell hatte sie erkannt, dass ich Uga und Dir etwas beweisen wollte.“
    Enzio schüttelte den Kopf.
    „Und ich war geblendet von der Fülle an Wissen. Ich wollte Euch zeigen, dass ich nicht mehr der kleine Junge bin, dass ich viel gelernt hatte und das meine Macht Eurer nicht wirklich unterlegen ist. Aber sie...sie wollte Euch ärgern, Euch Qualen bereiten und letztendlich auch vernichten. Vater, ich habe Euch in der ganzen Zeit beobachtet. Sie hätte Euch vernichten können! Wenn sie nicht so verspielt wäre und zu dem Zeitpunkt meine damalige Loyalität vollkommen ausgenutzt hätte! Ihr beide habt Euch wieder Eurem ewigen Streit hingegeben, während wir alle Figuren in Stellung hatten.“ Enzio seufzte.
    „Paffis Tod hätte mich aus meiner Delirium wecken müssen, doch sie manipulierte jede Information, hetzte mich weiter gegen Euch auf. Vater, ich kann mich nicht entschuldigen. Zu schwer wirken meine Taten. Aber gerade Du solltest mir Verständnis entgegen bringen. Zu oft hast auch Du unbedachte Entscheidungen aus Ärger, Kampfeslust und Hass getroffen!“


    Agga nickte. „Mein Sohn, ich verstehe Deine Taten, aber Vergebung kann ich Dir so schnell nicht gewähren! Verrate mir alles über Kyrahs Pläne!“
    Enzio zögerte. „Ich weiß nicht viel über ihre Pläne. Die Truppenstationierung und die Stärke kennen ich nicht. Die Tick-Tack-Männer und Zeitreisenden stehen ihr zur Verfügung. Einige Gerüchte sprachen von einer Eisheiligen, aber ich habe sie nie zu Gesicht bekommen. Kyrah hatte immer große Hoffnung auf das Artefakt gesetzt, aber all ihre Bemühungen haben bisher nur dazu ausgereicht, die Bruchstücke soweit zusammenzuführen, dass vier Teile übrig blieben.“
    „Diese Vier hat sie offensichtlich im inneren Kreis ausgesetzt. Es sind sogar bereits zwei Bruchstücke verschmolzen worden, es existieren noch drei. Aber gut zu wissen, dass dies alle sind! Dann ist Kyrah nur noch zwei Verschmelzungen von ihrem Artefakt entfernt!“


    Enzio hörte gebannt zu. „Dies wusste ich noch nicht. Das Artefakt muss mächtig sein, aber ich glaube kaum, dass Kyrah alleine gegen die geballte Macht der Brüder bestehen kann. Vater, nur mit Uga zusammen bist Du stark genug! Lass nicht wieder Deinen Hass die Vernunft besiegen!“

    Es gibt vermehrte Berichte über Sichtungen von schwarzen Kutten und immer wieder Gerüchte über den Standort wechselnde Bäume.


    „Firak und Nebrot kreisen mich immer weiter ein. Nicht mehr lange und die Brüder werden sich in Bewegung setzen.“ Kyrah blickte Gedanken verloren in den Schneesturm.
    „Enzio hat sich in seinem Turm verschanzt, oder er ist gar in einer anderen Zeit unterwegs...ich kann nicht auf seine Rückkehr warten. Seiner uneingeschränkte Unterstützung kann ich nicht mehr sicher sein!“


    Kyrah suchte in einem Stapel nach einer weiteren Steinplatte.
    „Ah, die letzte Hoffnung. Mein Kristall wurde endlich entdeckt. Sind die Häuptlinge im Tal doch erfolgreich, das Rätsel zu enthüllen. Nur mit dem rituellen Kristall der Macht kann ich meine gesamte Kraft entfalten. Ohne den Kristall werde ich gegen die beiden Brüder keine Chance haben!“


    Kyrah blickte in eine Ihrer Kristallkugeln.
    „Sollen die Brüder kommen, ob mit oder ohne Kristall, es wird eine verlustreiche Schlacht für die beiden - und für mich!“




    Unterdessen an einem anderen Ort, in einer anderen Zeit.
    „Mein Freund, ich verstehe Dein Dilemma. Wie Du weißt, werte ich Familie höher als alles andere in diesen Tälern. Aber in Deiner Situation kann ich Dir nur den Rat geben, Deinen Weg alleine zu gehen! Versöhne Dich mit Deinem Vater, sprich mit Deinem Onkel, aber gehe Deinen Weg!“ sagte eine brüchige Frauenstimme.


    Der Mann nickte.
    „Dennoch könnte ich mich einmischen. Der letzte Kampf muss nicht blutig enden. Ich kann viele Leben retten, ich kann den Brüdern zu einem Sieg verhelfen, ohne den Schnee blutrot zu färben und ohne meine Gefährtin dem Tode zu opfern!“


    Die weise alte Frau schüttelte den Kopf.
    „Das könntest Du sicherlich, aber mit diesem Eingriff würdest Du das Gefüge erheblich stören. Die Krieger gehen willens und offenen Auges in den Tod. Sie sterben im Dienst ihrer Götter, sie erfüllen ihre Lebensaufgabe mit der Unterwerfung aller Feinde ihrer Götter.“ Sie blickte in die gleißende Sonne. „Deine Gefährtin muss nicht des Todes sein. Selbst bei schweren Niederlagen in den kommenden Schlachten wird sie einen Ausweg finden.
    Nein Enzio, lass Du das Tal hinter Dir und gehe wieder Deinen eigenen Weg!“


    „Ich werde Deinen Rat beherzigen, weise alte Frau! Aber ich werde mich nicht geräuschlos verabschieden. Die Häuptlinge mit ausreichendem Wissen sollen sich meiner Künste erinnern!“

    Agga lächelte.
    „MEIN SOHN HAT ES VOLLBRACHT!!“


    „Ja, mein Bruder, und er hat seine göttliche Herkunft unter Beweis gestellt! Eines seiner liebsten Wunder hat er als Dank für die Hilfen unserer getreuen Gefolgsleute an diese vergeben. Die Arche-Noah-Sucht geht wieder im Tale umher!“
    „DIE ARCHE! MEINE ANHÄNGER HASSEN DIESES WUNDER!! IMMER WIEDER FINDEN SICH DIE STÄRKSTEN UND UNNACHGIEBIGSTEN KRIEGER ZU PÄÄRCHEN ZUSAMMEN UND FOLGEN SEINEM RUF!“ Agga lächelte und seine Stimme wurde ungewohnt weich. „Ich selber habe ihm damals die Macht der Paarung erklärt!“
    Uga rollte mit den Augen. „Schon klar, Bienchen und Blümchen. Und Du nennst mich Blümchenpflücker!“


    Agga erhob sich.
    „SCHLUSS MIT DEM GESCHWAFEL!! ZUSAMMEN MIT MEINEN HALBGÖTTERN HABE ICH EINEN PLAN ENTWICKELT! ICH SELBST WERDE INS TAL HINABSTEIGEN!! ICH WERDE NACH DEN VERBORGENEN TRUPPEN VON KYRAH SUCHEN!! ICH WERDE SIE FINDEN UND ICH WERDE SIE IN EINER UNVERGESSLICHEN SCHLACHT UNTERWERFEN!!“


    Trubatsch wollte etwas erwidern, doch Uga gebot ihm zu schweigen.
    „Mein ungeduldiger heißblütiger Bruder! In der Tat ist es an der Zeit, dass wir uns neben unsere Halbgötter stellen und leibhaftig gegen die Eiskönigin kämpfen! Zu sehr schwächt die unnachgiebige Kälte unsere engsten Getreuen!“
    Agga gab einen abfälligen Laut von sich, hörte aber dennoch gebannt seinem Bruder zu.


    „Ich hoffe, dass Du in den letzten Umläufen gelernt hast, dass nur unserer verbündete Macht ausreicht, um der hasserfüllten Kyrah gegenüber zu treten! Mein Bruder, ich werde Dich begleiten. Seite an Seite werden wir ihr gegenübertreten! Mit meiner Geduld werden wir einen erfolgversprechenden Plan ausarbeiten, den Du mit Deinem heißen Herz zu einem grandiosen Sieg umsetzt!!"


    Agga blickte kurz zu seiner rechten Hand Kirkalot, der knapp nickte und damit signalisierte, dass dies ein sinnvolles Abkommen ist.
    „GUT, MEIN BRUDER! WIR WERDEN ZUSAMMEN IN DAS TAL HINABSTEIGEN UND GEMEINSAM PLÄNE SCHMIEDEN. ABER DEN KAMPF ÜBERLÄßT DU JEMANDEN, DER SICH AUCH WIRKLICH DAMIT AUSKENNT! MIT LIEBE ALLEIN WERDEN WIR KYRAH NICHT BEZWINGEN!!“ Agga konnte sich diese Spitze nicht verkneifen.


    Uga lächelte schief.
    „Es ist beschlossen! Lasst uns die Planungen voran treiben!“ rief Uga.

    Re: Kyrahs Rückkehr


    Enzio fühlte nach den Zeitströmen.
    Hinter ihm drängelten sich zahlreiche Zeitreisende, die sich nach ihrer erfolgreichen Mission mit einem Zeitsprung gerettet hatten. Doch Enzio hatte auf den ersten Blick gesehen, dass es zu wenige waren.


    Enzio entspannte sich und sprach einen der Zeitreisenden an. „Die kleinen Zeitspalten sind alle geschlossen, aber eine der großen wurde nicht richtig verschlossen! Es fühlt sich an, als wenn die Arbeit unvollkommen ausgeführt worden wäre! Was kannst Du mir darüber sagen?“


    „Meister der Zeit, alles lief wie geplant. Unter dem Licht des Vollmondes wurden die Tick-Tack-Männer und wir entsandt um unsere Aufgabe zu vollbringen. Aber einige Häuptlinge haben sich nicht an die Anweisungen gehalten. Zum Glück hat ein zweiter Häuptling die eine Spalte noch schließen können, aber bei der noch offenen hatten wir kein Glück. Statt uns Zeitreisende mußten sich eine Abordnung Tick-Tack-Männer in die Spalte begeben. Sie haben ihr möglichstes getan und die Zeitspalte verkleinert, aber ganz schließen konnten sie die Spalte nicht!“


    Enzio nickte.
    „Natürlich nicht. Sie sind nicht in der Lage solche großen Zeitverzerrungen zu kontrollieren.“ Er grübelte. „Für den Moment sind wir sicher. Der Großteil der Spalten wurde verschlossen. Die Gefahr der halb verschlossenen großen Zeitspalte muss ich erst noch einschätzen.“


    Kyrah trat heran. Sie hatte den Ausführungen gelauscht.
    „Ein Erfolg Enzio? Oder müssen wir weitere Schritte einleiten?“ Enzio zuckte unweigerlich zusammen. „Ein Erfolg, wenn auch nicht auf ganzer Linie! Sieben Häuptlinge haben sich der Aufgabe gestellt und sie zu meiner Zufriedenheit gelöst.“
    „Was wirst Du als nächstes tun? Gibt es eine weitere Aufgabe, bei der ich Dir helfen kann?“ fragte Kyrah.


    Enzio lächelte.
    „Als nächstes werde ich die sieben tapferen Häuptlinge entlohnen! Ich werde dem Tal und meinen Brüdern zeigen, zu was der Halbgott der Zeit tatsächlich in der Lage ist!“

    Re: Kyrahs Rückkehr


    Enzio hatte kein gutes Gefühl.
    Ihm war zu spät klar geworden, dass er mindestens acht Talbewohner brauchte, die die Anweisungen richtig umsetzten. Seine Jünger müssen unter dem Befehl von jeweils einem einzigen Herrn stehen, da sonst ihr Glaube nicht stark genug sein würde in die Zeitspalten vorzudringen.
    Enzio brauchte die Unterstützung der Talbewohner und war sehr froh, dass ihm auch die Brüder unerwartet Unterstützung gewährt und ihre treuen Gefolgsleute zur Seite gestellt hatten.


    Aber alleine den Zeitpunkt mit Sicherheit zu bestimmen, an dem die Zeitspalten sich am weitesten öffneten, stellte sich als noch schwieriger als gedacht heraus. Er war seine Berechnungen ein weiters Mal durchgegangen und war erneut zu dem Schluss gekommen, dass er keinem Irrtum aufgesessen war.


    Nicht die Sonne ist der Schlüssel, sondern der Mond!
    Nur das helle Mondlicht sorgt dafür, dass sich die Zeitspalten zu ihrer vollen Größe erweitern. Selbst wenn das Phänomen der Sonne weitaus seltener ist, werden die Zeitspalten doch vom Mond gespeist. Nur im hellen Mondlicht können seine Jünger in die Zeitspalten vordringen, um diese von innen heraus zu schließen.
    Enzio wurde schwer ums Herz, als er wieder daran dachte, dass dies zumindest für die kleineren seiner Jünger der sichere Tod sein würde. Der Tod war etwas, mit er sich nicht beschäftigen wollte. Die Zeit ist ewig und so wollte Enzio auch das Leben sehen.

    Re: Die Versammlung


    Seit vielen Umläufen tagte die Versammlung.
    Die Teilnehmerzahl hatte im Laufe der Zeit aber deutlich abgenommen. Das aktuelle Talgeschehen hatte viele dazu bewogen ihren wichtigen Aufgaben wieder nachzugehen.


    Die Preispiraten waren sofort abgereist als sich die Kunde verbreitete, dass Kyrah sich die Bruchstücke wieder angeeignet hatte. Sie waren wieder unterwegs um neue Informationen zu sammeln. Firak hatte seinen Beobachtungsposten wieder aufgenommen und meldete jede Bewegung von Kyrah.


    Der Ton zwischen Uga und Agga war deutlich schärfer geworden. Der immerwährende Zweikampf hatte ein neues Feuer erhalten. Derzeit wurde Enzio als Thema ausgespart, um den Streit nicht weiter anzuheizen. Noch waren sie Verbündete und standen auf einer Seite. Agga machte keinen Hehl daraus, dass dieser Zustand nur bis zu einem Sieg über Kyrah anhalten würde.


    Nebrot sprach gerade über die aktuellen Ereignisse.
    "Vom Stamme der corvus corax kam vom Häuptling Bloodman die Kunde was für Ausgeburten wir auf der Seite von Kyrah erwarten können. Große Wächter und Starke Wächter waren von Kyrah ausgeschickt worden um die Bruchstücke einzusammeln. Offenbar hatte Kyrah den direkten Angreifern auf ihre Höhle mit einem einzigen Angriff von grade einmal fünfzig dieser Wächter die komplette Verteidigung eingerissen! Und wir sind sicher, dies ist erst die Vorhut!"


    Trubatsch nickte und antwortete "Firak berichtete von Gerüchten, von düsteren Geschichten über ein Wesen Namens Frostmaid. Wir wissen nicht was Wahrheit und was Fiktion ist, aber wir erwarten das Schlimmste!"


    Agga funkelte die Halbgötter seines Bruder mit amüsierter Miene an, verkniff sich aber seinen abschätzigen Kommentar und überließ statt dessen Kirkalot das Wort.
    "Kyrah und Enzio haben die Zeitspalten aufgespürt, die wir genutzt haben um den Schutz des inneren Kreises zu brechen. Sie werden die Gefahr erkannt haben. Nach unseren Berechnungen müssen die Zeitspalten so bald wie möglich geschlossen werden, und genau dazu haben Kyrah und Enzio aufgerufen!"


    Jetzt stand Agga auf.
    ICH WERDE MEINE KRIEGER AUFRUFEN MEINEN SOHN ZU UNTERSTÜTZEN!! ICH BIN MIR SICHER, DASS ER SEINEN IRRTUM MIT KYRAH ENTDECKEN WIRD UND SICH WIEDER MIR ANSCHLIESST!! polterte Agga.


    "Sehr weise mein Bruder! Auch ich werde meine Anhänger aufrufen Enzio in dieser Sache zu unterstützen! Diese Zeitspalten bedrohen uns alle. Außerdem brenne ich darauf, den alten Austausch des Wissens mit Enzio wieder aufzunehmen." sagte Uga mit freundlicher aber starker Stimme.


    DU WIRST MIR MEINEN SOHN NICHT EIN WEITERES MAL WEGNEHMEN!!
    "Wegnehmen? Er ist zu mir gekommen! Nachdem DU ihn vergrault hattest!"
    Die Brüder standen sich kampfbereit gegenüber. Carmi zog Agga sanft zur Seite und Trubastch legte Uga einen Hand zur Beruhigung auf die Schulter.


    "Wir treffen uns wieder, sobald die Zeitspalten geschlossen werden konnten!" rief Nebrot und die Versammlung löste sich auf.

    Re: Kyrahs Rückkehr


    Nach Monaten der Suche hatte Enzio gemeinsam mit Kyrah endlich die Standorte der Zeitspalten ausfindig gemacht.
    Es waren mehr als er ursprünglich angenommen hatte. Alleine würde er die Zeitspalten nicht schließen können, aber Enzio hatte vorgesorgt.


    „Es war wirklich eine sehr gute Idee, den bunten Paradiesvogel von Händler mit einzubinden!“ flötete Kyrah ein weiteres Mal. Enzio zuckte wie so oft zusammen, da ihm diese neue weiche Stimme nicht ganz geheuer war.


    „Nungut.“ Enzio ordnete seine Gedanken.
    „Die Zeitspalten haben sich symmetrisch über alle Regionen im Tal verteilt. Es ist immer wieder schön wie genau die Zeit sein kann. Im inneren Ring haben sich kleine Zeitspalten gebildet, im äußeren große. Von der jeweiligen Größe ist abhängig mit welchen Mitteln die Zeitspalten geschlossen werden können und von ihrer Position schließlich mit welcher Menge. Und zu guter Letzt spielt natürlich die Zeit selber noch eine große Rolle!“


    Kyrah sah erneut auf die Abbildung des Tals und ging zum wiederholten Male den Ablauf durch. „Den Zusammenhang zwischen Deinen beiden Jüngern der Zeit und der Größe der Zeitspalten konnte ich selber herstellen, auch dem Summieren der unveränderlichen Kennzahlen der Positionen der Zeitspalten, um die Menge zu bestimmen, ist mir klar geworden, aber dem Einfluss der Zeit konnte ich nicht folgen!“


    Enzio lächelte.
    „Ja, die Zeit ist schwer zu verstehen.“ Enzio suchte nach den passenden Worten.
    „Die Zeit kümmert sich nicht alleine um Noktardem oder die anderen Täler, sondern die Zeit ist all gegenwärtig. So gibt es einen Einfluss des Mondes, der über unseres Tal hinaus geht. Im Monat der hellsten Nacht müssen meine Jünger an die Zeitspalten gelangen. Beginnend ab der achten Stunde im zwei Stundentakt können sie an die Zeitspalten herantreten. Die Reihenfolge wird dabei von der ersten Kennziffer ihrer Position bestimmt. Zu Anfang muss die kleinste geschlossen werden, bis am Ende des Monats die größte geschlossen werden kann!“


    Kyrah stellte die Frage, die ihr schon seit Wochen auf der Zunge lag. „Enzio, was passiert eigentlich, wenn die Talbewohner die Anweisungen missdeuten und die falschen Schritte zur falschen Zeit machen?“
    „Die Zeit wird sich wehren. Wie genau, kann ich nicht vorhersagen, ich bin nicht der Prophet. Aber ich denke dem Talbewohner wird übel mitgespielt, oder noch schlimmer - dem ganzen Tal!“


    Enzio und Kyrah grübelten bis schließlich Enzio sagte:
    „Hmm, müssen wir die Vorgaben präziser erläutern? Ich denke nicht. Der Umgang mit den Zeitspalten steht nicht jedem offen, dazu benötigt es schon eine eingängige Beschäftigung mit der Thematik. Ja, ich denke wir können dies so im Tale verbreiten, denn die Aufgabe ist immens und meine Belohnung für eine erfolgreiche Schließung der Zeitspalten sondergleichen!“



    Kleiner Zusatz:
    Ein Spieler kann immer nur eine Spalte schließen!

    Re: Kyrahs Rückkehr


    Mit zielgerichteten Schritten stürmte Kyrah in die große Kammer.
    Enzio sah kurz auf und wandte sich sofort wieder seinen Schriften zu.


    „Mein lieber Enzio, wir müssen uns unterhalten!“
    Ohne aufzusehen antwortete Enzio „Achja? Über Bruchstücke, neue Zeitreisen oder andere dämliche Pläne?“
    „Ach was. Enzio es tut mir leid, dass ich Dich so angefahren habe. Die Enttäuschung über das Vordringen der falschen Götter war groß, ich habe die Kontrolle verloren und fälschlicherweise meinem engsten Vertrauten dumme Sachen unterstellt!“


    Endlich sah Enzio auf. „Was willst Du? Wobei soll ich Dir helfen?“
    Kyrah erwiderte mit strahlendem Blick „Im Gegenteil, ich werde Dir helfen!“
    Enzio blickte verdutzt. „Äh, wobei?“


    Kyrah setzte sich auf einen kleinen Hocker. „Na, bei der Schließung der Risse in der Zeit. So wie ich Dich verstanden habe, sind bereits durch die ursprüngliche Zeitreise Unvollkommenheiten entstanden, die jetzt durch unsere neuerliche Zeitreise vergrößert wurden.“
    Verblüfft antwortete Enzio. „Du hast mir zugehört? Wann?“


    „Och, mal hier mal da. Enzio, ich habe wieder erkannt, dass wir zusammen stehen müssen, ohne den anderen werden wir beide keinen Erfolg haben. Was nützen meine Pläne, wenn um uns herum das Tal in der Zeit zerbröselt? Was willst Du ohne meine Hilfe gegen Deinen Vater ausrichten? Nur gemeinsam können wir unsere Ziele erreichen!“


    „Erst neulich habe ich unseren treuen Verbündeten vom Stamme "Die Geächteten" eine kleine Abordnung unserer Krieger geschickt, um mich für ihre Unterstützung zu bedanken. Und jetzt bedanke ich mich für Deine außerordentliche Unterstützung!“


    Kyrahs Blick war überraschend warm. „Sag mir wie ich Dir helfen kann!“