Chroniken des Stammes IGEWS

  • Man schrieb den Monat Düsternis im Jahre 387 als beim Stammesoberhaupt Raufbold eine Botschaft einging. Interessiert wanderten seine Augen über das Gemalte und nach kurzer Unterredung mit den Schamanen stand fest: Es war ein Ultimatum der Yetis.
    Ohne viel zögern griff er nach seiner Keule und sprach: „So sind die friedlichen Zeiten also vorbei. Lasst es alle im Stamm wissen dem großen Agga wird diese Knüppelei zum Ruhme gereichen! Bald schon werden wir unsere Höhlen mit Yeti-Fellen zieren! Schickt die Flattermänner los und lasst die Kriegshörner erschallen, IGEWS zieht in den Krieg!“
    Kurz darauf sah man Flattermänner in die Sümpfe, Berge, Wüsten, Wiesen und Wälder des Tales fliegen um die Kunde zu verbreiten. Die mächtigen Kriegshörner begannen zu schmettern und im Tale ringsum stimmten als bald weitere ein. In den Höhlen von IGEWS war die Zeit des Abschieds gekommen, denn die Häuptlinge marschierten mit all ihren Kriegern los um eine mächtige Armee zu formieren.
    Man sagt Agga selbst blickte lächelnd herab als sich unter dem Donner der Kriegshörner die von den Truppen aufgewirbelten Staubwolken der großen Ebene näherten auf der sich Raufbold bereits eingefunden hatte. Bald schon sollte sich zeigen ob er und der Stamm IGEWS in der Lage waren den Yetis die Stirn zu bieten.

  • Re: Chroniken des Stammes IGEWS


    Der Krieg zwischen Yetis und IGEWS dauert mehrere Monate an und wurde von beiden Seiten recht intensiv betrieben. Tatsächlich war es ein recht eigenwilliger Krieg geworden, dass mussten sich auch Raufbold und die anderen Häuptlinge von IGEWS eingestehen. Statt Armeen aufeinander zu hetzen bestand das Alltagsgeschäft daraus die spärlichen Verteidigungsanlagen der Höhlen aufzureiben und alles was nicht niet- und nagelfest war mitzunehmen um dann mit Flattermännern die verbliebenen Höhlenbewohner zu verjagen. Dann baute man seinerseits Verteidigungsanlagen und erwartete die Gegenseite.
    Dieses stetig hin und her brachte so manchen Steinzeitingenieur zu Verzweiflung. Kaum hatte er ein paar Steine zu einem Wall und ein paar Stämme zu Pieksern angeordnet kamen ein paar Knüppelkrieger um sie einzuebnen. Auch die armen Flattermänner wurden schon fast seekrank von der stetigen Fliegerei. So war das Tal mehr vom verzweifelten Heulen der Verteidigungsingenieure und den Geräuschen sich übergebender Flattermänner erfüllt denn von Kriegsgeschrei.
    Agga blickte nach einigen Wochen schon recht gelangweilt auf das Treiben herab. Doch das Treiben bewegte sich einem Ende zu, denn nach den anfänglichen Überraschungsangriffen der Yetis war es IGEWS mühsam gelungen den Krieg zu wenden. Man wähnte sich als Sieger und wartete, dass die Motivation des Gegner tief genug sank um ihn zur Aufgabe zu zwingen, als den Yetis eine Kriegslist glückte. Im Morgengrauen überraschten sie einen Trupp von IGEWS und erstmals in diesem Krieg kam es zu einer kurzen aber intensiven Schlacht.
    IGEWS unterlag und als diese Nachricht Raufbold und Kampfsau erreichte sprach Zweiterer: „Wir haben mutig gekämpft und fast wäre der Sieg unser gewesen, doch es ist keine Schande einem ebenbürtigen Gegner zu unterliegen. Ruft die Krieger zurück, es ist vorbei, wir wollen den Yetis zu ihrem Sieg gratulieren!“
    Raufbold und die anwesenden Häuptlinge nickten etwas betroffen und so flogen ein letztes Mal in diesem sehr eigenwilligen Krieg Flattermänner in alle Teile des Tales um das Ende dieses Krieges zu verbreiten. Doch bei Agga, dies sollte nur der Auftakt zu vielen glorreichen Siegen gewesen sein!