II. Der Rat der Häuplinge

  • Die Schlacht war grausam.


    Rauchschwaden überdeckten das alte Tal.


    Kaum einer hat verstanden was eigentlich passiert ist. Gerade hat man sich im Tal Tetrakys eingelebt und seine Höhlen zur größten Blüte ausgebaut kamen Sie. Schwarze Schatten durchkämmten das Tal nachtsüber und dann griffen sie an. Erst konnten die Angriffe leicht abgewehrt werden doch die Krieger der Zeit waren unbarmherzig.


    Immer stärker wurden ihre Angriffe. Viele Helden und Kämpfer mussten ihr Leben lassen. Erst traf es einzelne versprengte, dann ganze Armeen. Alle die sich den Kriegern den Weg stellten wurden gnadenlos hingemetzelt. Zuletzt konnten die Krieger auch nicht mehr durch die Verteidigungsanlagen gestoppt werden. Weit am Horizont sieht man im Abendhimmel noch die Rauchschwaden der zerstörten Höhlen aufsteigen.


    „Unsere Götter haben uns verlassen“ hörte man so manchen Wanderer seufzen. Doch dies war ein falscher Eindruck. Sicher, Uga, Agga und auch Enzio haben das Tal mit dem Beginn der Angriffe fast fluchtartig verlassen und dabei alle ihre Truppen mitgenommen. Armeen, die man im Kampf gegen die Krieger gut hätte gebrauchen können. Ein einziger Hinweis auf die tatsächlichen Geschehnisse blieb im Lager von Enzio liegen: ein Haufen Knochen mit seltsamen, unsortierten Zeichen. Nur die klügsten Köpfe des Tals machten sich an die Arbeit um dieses Rätsel zu lösen – und endlich, nach vielen Tagen schaffte es die Häuptling Tobe und Messias die Vision richtig zu deuten.


    Sinistrum Tredictem – dieses Ziel haben unsere Schamanen ausgemacht und dorthin geht jetzt die weite Reise.


    Ein langer Tross aus Kämpfern, Frauen und Kinder, Tieren kämpfte sich langsam voran durch unwegsames Gelände. Immer wieder tauchten ‚Nichts‘ Felder auf und zwangen die Reisenden zu beschwerlichen Umwegen. Abends zur Rastzeit setzten sich die Häuptlinge zusammen und hielten Beirat. Jeder kleinste Hinweis wurde stundenlang beredet und hinterfragt. Doch mit der Zeit setzten sich auch die spärlichen Informationen zu einem Bild zusammen, was annähernd erklärte, was passiert ist.


    „Wir wissen nun WOHIN die Reise geht – doch was wissen wir wirklich, WOHIN uns die Reise führt?“.


    Verwirrt von diesen Worten schauten die Häuptlinge sich an und fingen gleich an, erneut heiß zu diskutieren.


    „Wir werden Höhlen haben“ „Wir werden Kriege führen“ „Wir werden der größte Stamm“ „Wir werden die mächtigsten sein“ S T OP


    In den Kreis der verlausten Häuptlinge trat DER PROPHET.


    Aufgestützt auf seinen knorrigen Wanderstab stellte er sich so neben das Lagerfeuer, dass ihn jeder sehen konnte. Eine imposante Gestalt, fast 2 Meter groß, ein langer weißer Bart der bis zum Boden reicht. Mit seiner markanten Stimme die jeden anderen übertönt fängt DER PROPHET an zu berichten:


    „Ihr habt noch keine Ahnung, was euch wirklich erwartet. Eure kleinen Streitereien werden unwichtig werden. Eure Aufgabe wird es wieder sein, euren Göttern zu dienen. Vieles wird anders sein – die alten Gesetze gelten nicht mehr. Ihr werdet um jedes Privileg kämpfen und es euch hart erarbeiten müssen. Tredictem ist ein fruchtbares Tal - es wird jedoch von Kräften beherrscht, die jenseits eurer Vorstellungskraft liegen! Eine besondere Kraft des Tals wird die dort lebende Sphinx sein. Nur wenn ihr ihre Gnade genießt werden eure Stämme zu voller Kraft erwachsen. Folgt euren Glauben beharrlich, denn nur eure aller Glauben wird euch letztlich zum Ziel führen.


    Mit diesen Worten verließ DER PROPHET das Lager und ließ eine Handvoll Häuptlinge zurück die nur eines wussten: Die Reise ist noch lang und sie mussten das Ziel erreichen!

  • Re: II. Der Rat der Häuplinge


    Es näherte sich der Abend. Nach und nach versammelten sich die Häuptlinge am Lagerfeuer um sich zu beraten. Tapfer sind sie die letzten Wochen marschiert, immer geradeaus, ohne wirklich zu wissen wohin sie ihre Reise führt. Kaum war das Lagerfeuer entzündet erschien mit einem großen Knall DER PROPHET in ihrer Mitte.


    In seiner Hand hielt er einen .. ARM. Offensichtlich von einem Gegner abgerissen. Doch aus dem Arm tropfte kein Blut sondern es stiegen leicht grünliche Rauchschwaden aus ihn hervor.


    Der PROPHET erkannte die erschreckten Blicke in den Gesichtern seiner Häuptlinge, blickte auf auf den Arm und schmiss ihn zugleich ins Feuer wo er mit einem leisen ‘puff’ verbrannte.


    “Entschuldigt Kinder, ich komme gerade aus einem fernen Land im Osten. Ein kleines Dorf Namens ‘Tristram’ wird vom Übel der Hölle heimgesucht und ich musste meiner Nichte, eine kleine süße Verzauberin, beistehen. Doch nun zu euch.”


    “Wir sind im Land Tredictem eingetroffen. Heute abend werdet ihr euch aufteilen und eure ersten Lager beziehen. Schaut euch gut um, denn in diesem Tal ist vieles anders als ihr es gewohnt seit! Nicht alles wird gleich ersichtlich sein, viele Geheimnisse liegen noch im verborgenden. Ich werde an eure Seite stehen und dann und wann Hinweise geben, die euch eurem Ziel näher bringen werden.”


    Zustimmend nickten die Häuptlinge nach diesen Worten, auf die so lange haben warten mussten. Nach und nach machte ein jeder sich auf seine Reise in das neue Tal und bald war der Lagerplatz verlassen. In allen Richtungen strömten die neuen Talbewohner davon, wohlwissend, was von ihnen erwartet wurde.


    Etwas weiter ab gelegen standen die 3 Götter, Uga, Agga und sein Sohn Enzio und schauten dem Aufbruch aus der Ferne zu. “Jetzt ist es soweit, wir sind angekommen.” sagte Agga. Uga holte tief Luft und antwortete bedächtigt: “Ja, das sind wir wohl. Jetzt ist es an der Zeit, erstmal unsere alten Höhlen wiederzufinden und neu zu beziehen. Ich bin sicher, das dies nicht unbemerkt bleiben wird.”


    Als die beide sich nach Enzio umdrehten sahen sie nur noch, wie er bereits mit seiner Armee auf dem Weg ins Tal war.....