Beschäftigungstherapie

  • Das Familientreffen war geschafft.


    Fürs erste dürfte er nun seine Ruhe haben, aber er wusste aus Erfahrung, daß das nicht lange anhalten würde.


    Und mit Uga hatte er noch ein Hühnchen zu rupfen. Hat er doch seine Dankesrede glatt abgewürgt. Dabei hatte er so etwas Prächtiges vorbereitet...
    Gut, die Rede war vielleicht etwas zu lang geraten. Selbst der Tick-Tack-Mann war nach Stunden eingeschlafen, aber schließlich mußte er doch mit Nachdruck immer wieder darauf hinweisen, daß er so beliebt wie die Brüder war - und das nach der langen Abwesenheit.


    Er war beliebt!


    Er ginste. Er würde nun beide Brüder beschäftigen.


    Zuerst Uga, das hatte er sich verdient. Seine Rede nicht hören wollen, pühhh.


    Enzio griff nach seinem Rucksack und seine Gesichtszüge entgleisten. Die Tütchen waren weg. Die Saat, die er für Uga aus der Zukunft mitgebracht hat.


    Er mußte sie auf dem Weg vom Gebirge zu seiner Höhle verloren haben.


    Er raufte sich die Haare, ging hin und her und überlegte.


    Es wäre nicht das schlechteste, wenn Uga die Saattüten nicht von ihm erhielt.


    Er schmunzelte. Die Talbewohner würden schon wissen, was zu tun ist.

  • Re: Beschäftigungstherapie


    "Da kommen Geschenke!" Uga klatschte aufgeregt in die Hände. "Schaut doch nur, Geschenke! Ich bin so aufgeregt!"


    Uga tanzte vor Vorfreude durch den Raum und stoppte abrupt.


    "Einseitige Geschenke sind doch blöd, womit nur kann ich diejenigen erfreuen? Ahh, ich habe schon eine Idee!" Er hielt noch mal kurz inne.
    "Ja! So kann ich mich später revanchieren." Er klatschte wieder in die Hände und führte seinen Freudentanz auf.

  • Re: Beschäftigungstherapie


    "Ist das schöööön, so viele Geschenke." Uga strahlte über das ganze Gesicht. "Und es werden immer mehr." Uga konnte sich gar nicht mehr beruhigen.


    "Mal sehen, davon 4, davon 4 und davon und davon auch. Vielleicht noch ein kleines Büschlein?" Uga klatschte wieder einmal verzückt in die Hände.


    "Geschenke sind toll."


    Er überlegte weiter.


    "Ich werde denjenigen, die mir die lustigen Beutel geschenkt haben, gegen Monatsende etwas schicken. Und das Monat für Monat, solange die Beutel zu mir kommen. Ich hoffe, meine Geschenke bereiten genauso viel Freude wie mir die Beutel."


    Uga schaute in die Ferne und jauchzte: "Da kommen wieder welche." und ein kleiner Luftsprung beendete den Satz.

  • Re: Beschäftigungstherapie


    "Meine lieben Kinderlein,


    voller Freude kann ich euch mitteilen, daß ich ingesamt mit 28 Beuteln beschenkt wurde. Vielen Dank dafür.


    Carmi ist hier gerade zu Besuch und hilft mir, die Knoten zu lösen."


    Uga überhörte Carmis Flucherei: "Sch..., schon wieder ein Fingernagel abgebrochen! Blöde Beutel!"


    "So wie es aussieht, unterscheiden sich die Beutelinhalte. Ich werde dann weiter berichten."


    Uga ließ voller Vorfreude seinen Blick über die teilweise schon entknoteten Beutel schweifen.


    "Wo ist denn eigentlich Nebrot? Ich dachte, er hilft auch?" fragte er sich und überhörte wohlwollend Carmis Gemurmel: "Der hat sich diesmal rechtzeitig aus dem Staub gemacht. Warum nur ich nicht?"

  • Re: Beschäftigungstherapie


    Uga war beschäftigt. Er hatte seine Jungs zu seiner Höhle beordert und spannte sie nun alle ein. Enzio hörte ihn von Ferne rufen: „Ich wollte gerade Linien auf dem Feld, keine Kurven und auch keine Kunstwerke! … Nein Feeble, ich sagte bewässern, nicht überschwemmen! Das ist ganz sicher keine Aquakultur … Nicht so viele Samen auf einmal, wir wissen doch gar nicht, wie viel Platz die Pflanzen brauchen! … Slavomir! Vom Drachensegler aus kann man nicht sauber säen!“


    Enzio konnte sich das bildlich vorstellen: Uga wuselte überall herum, kommandierte und irgendwie konnte es ihm keiner recht machen.


    Enzio schmunzelte, genau so sollten die Beutel wirken.

  • Re: Beschäftigungstherapie


    Uga blickte über die drei neu angelegten Felder.


    Was da zum Vorschein kommen würde?


    Er blickte fragend zu Nebrot: „Hast Du schon so unterschiedliche Keimlinge gesehen? Ich kann mich nicht erinnern, so etwas schon mal gesehen zu haben.“


    Nebrot lachte: „Wenn Du die Pflanzen schon kennen würdest, wäre es doch gar nicht so interessant. Ein wenig Geduld musst du schon aufbringen.


    Komm, wir schauen mal, ob Skon-Tho wieder eine seiner Geschichten erzählt. Das lenkt dich ab.“

  • Re: Beschäftigungstherapie


    Enzio stand am Fenster seines Turmes und sah wie die Menge um Skon-Tho stetig größer wurde. Ebenso wie Skon-Thos Armbewegungen beim Erzählen. Erstaunlich wie weit er seine Arme ausbreiten konnte.


    Diverse "AAAAAhhhhs", "UUUUUHHHs" und anerkennde Grunzer drangen selbst bis zu ihm in den Turm.


    Er riss sich los.


    "Ich muß endlich fertig werden."


    Enzio hämmerte mit einem Stein auf einen Keil und spaltete so die ewig lange Tafel in handliche Stücke.


    Er grinste verschmitzt, die Idee, die ihm beim Hämmern kam, gefiel ihm immer mehr.


    "Wie nenne ich es nur? Enzios Kwiss? Fragestunde?"

  • Re: Beschäftigungstherapie


    „DAS SOLL ETWAS FÜR MICH SEIN? FÜR MICH?!


    SOLL ICH DAMIT MEINEN HOF PFLASTERN? ICH FASSE ES NICHT!“


    AGGA war außer sich, was zur Folge hatte, daß er nun alleine in dem Raum war. Sein Zorn ließ selbst den Boden beben.


    Die Steintafeln flogen in hohem Bogen aus der Fensteröffnung.


    „WIE HEISST DER WICHT, DER ES WAGTE, MIR DAS ZU SCHICKEN? ER WIRD LEIDEN, LEIDEN, LEIDEN!


    AGGA lachte, aber das Lachen ging einem durch Mark und Bein.



    Shadow-Dragon war zwar nicht wirklich in der Nähe als AGGA seinen Wutanfall bekam, aber bei der Lautstärke verstand man AGGA im gesamten Tal.


    Neugierig geworden sammelte er die Tafeln auf. Die Stellen, die auf dem Boden aufgeschlagen waren, bröselten ab und darunter kamen Symbole zum Vorschein.


    Er starrte die Tafeln an. Auf einer Tafel konnte man andeutungsweise ein Feuersymbol entdecken.


    „Feuer? Feuer ist immer gut“, dachte er sich. Er beschloß, auch die anderen Symbole frei zu legen und den Übersendern in AGGAS Namen eine Kleinigkeit zukommen zu lassen - auch wenn AGGA immer noch tobte.


    Er machte sich an die Arbeit.

  • Re: Beschäftigungstherapie


    Shadow-Dragon schaute immer wieder auf die Tafeln.


    Das sah ja nach noch mehr Arbeit aus!


    „Aber warum mir selbst den Kopf zerbrechen? Es gibt doch bessere Arten des Zeitvertreibs. Zumal die Schattenamazone, die ihm große Vorkommen von Schwefel im Tal gemeldet hatte, hübsch anzusehen war.“


    Er ließ einen Steinmetz kommen und diktierte:


    „Meinem Vater wurden 14 Steintafeln geschickt:


    [IMG:http://www.uga-agga.info/files/steinpuzzle.gif]


    Die Bruchstücke sind zum Teil schadhaft. Wer sie richtig zusammensetzen, ergänzen und erklären kann, erhält eine Belohnung.


    Die Belohnung wird sich nach der Qualität der Erklärung richten.


    Mein Bruder Firak nimmt sie innerhalb der nächsten 7 Monate per Steintafel im Tal entgegen.“


    Er überlegte kurz, Firak war gerade bei AGGA zu Besuch. „Schreibt an AGGA und meißelt Firak obendrüber.“


    Er kicherte, galt es doch als sicher, daß Firak sowieso alle Talpost las.


    Er nickte zufrieden. So konnte er sich mit der Schattenamazone befassen und dennoch würde das Rätsel um die Steinplatten gelöst werden können. Und Firak war beschäftigt, während er mit der Schattenamazone beschäftigt war.


    „Wie hieß sie nur? Irgendwas mit Nuss?“


    Pfeiffend lief er ins Tal.

  • Re: Beschäftigungstherapie


    „Interessante Pflanzen“, sagte Uga zu seinen Söhnen. „Diese hier sehen ein bisschen wie Gras aus, nur daß sie höher zu werden scheinen und offenbar nur der Blütenstengel zu sehen ist. Sehr interessant.“


    Selbst Nebrot konnte dieser Beschreibung nichts hinzufügen. „Wir müssen abwarten wie es weitergeht,“ meinte er, „ich könnte mir vorstellen, daß die Stengel gut für die großen Tiere wären. Als Unterlage im Stall. Aber warten wir mal ab wie es sich entwickelt.“


    „Und nun seht Euch das an.“ Uga zeigte auf ein Feld, daß nur aus Riesenblättern zu bestehen schien. Dazwischen kugelige orangerote Dinger.


    „Sind das Früchte?“ Feeble schien auf einmal seinen Sinn für Ackerbau zu entdecken.


    „Ja, das sind Früchte. Es gab zwei Arten Blüten, die sich nur leicht voneinander unterschieden haben. Aus einer kamen die Früchte, aus der anderen nichts.“ erklärte Uga.


    „Die Früchte sind doch schon sehr groß. Wie lange willst Du sie noch auf dem Feld lassen?“, fragte Feeble weiter.


    „Sie wachsen noch jeden Tag ein Stück. Solange sie wachsen, lasse ich sie auf dem Feld. Ich wüsste sowieso nicht, was ich damit machen soll.“


    Sie gingen ein paar Schritte.


    „Das hier ist das Feld, was mir Kummer macht.“


    Die Pflanzen kringelten sich über den Boden und schienen zart und empfindlich. Die Blätter waren miteinander verhakt und man sah der Pflanze an, daß da was nicht stimmte.


    Nebrot strich sich über das Kinn. „Hmmm, hmmm, ich glaube, ich habe eine Idee.“ und weg war er.

  • Re: Beschäftigungstherapie


    Uga, Feeble, Slavomir, Trubatsch und Svanta saßen im Schatten unter einem Baum als Nebrot in der Ferne zu erkennen war.


    Alle sprangen auf und liegen ihm entgegen, um ihm zu helfen.


    Unter Getöse ließ Nebrot die Holzstangen von seiner Schulter gleiten. „Nett, daß ihr mir helfen kommt. Ich habe mich da wohl etwas übernommen.“ Er grinste alle mit seinem Lausbubenlächeln an.


    Zu sechst ließ sich die Schlepperei deutlich besser bewältigen.


    Am Feld der liegenden Pflanzen angekommen, schnappte sich Nebrot eine Stange und rammte sie dort in den Boden, wobei er darauf achtete, keine Wurzeln zu beschädigen.


    Dann wurde eine Pflanze vorsichtig entwirrt und ebenso vorsichtig um den Holzpfahl gewunden.


    Er trat einen Schritt zurück. „Ja, genauso dachte ich mir das. Also los Leute, auf uns wartet noch viel Arbeit.“


    Alle machten sich ans Werk.

  • Re: Beschäftigungstherapie


    Shadow-Dragon schaute Firak an.


    "So langsam sollten wir AGGA mal sagen, was bei den Steintafeln herausgekommen ist und daß wir in seinem Namen Belohnungen verschickt haben. Meinst du nicht auch?"


    Firak lächelte verschmitzt. "Die Frage habe ich kommen sehen. Ich erwarte deswegen Besuch."


    Shadow-Dragon dachte einen kurzen Moment darüber nach, ob Firak auch Gedanken lesen kann, verwarf den Gedanken aber ganz schnell. Falls das so wäre, wollte er es nicht wissen.


    Es klopfte.


    Firak rief: "Komm herein, alter ugh, wir warten schon auf dich".


    Herein kam ein Talbewohner. Neugierig sah er sich im Raum um.


    Firak glitt auf ihn zu - geräuschlos wie ein Schatten. "Ich bin Firak, das dort ist mein Bruder Shadow-Dragon.


    Wir möchten, daß du AGGA deine Geschichte erzählst. AGGA wird auch jeden Moment hier sein."


    Sprachs und schon bebte der Boden unter AGGAs stürmischen Schritten.


    "DA BIN ICH. WAS GIBT ES? OH, OFFENBAR EIN ANHÄNGER MEINES BRUDERS?" Er schaute den Talbewohner an.


    alter ugh riss die Augen auf und wünschte sich, er könnte im Boden versinken.


    Firak erklärte schnell: "Ich habe ihn hierher eingeladen. Aber setzen wir uns doch erstmal alle." Er wies auf ein paar Felle.


    "Erinnerst du dich noch an die Steintafeln, die dir die Talbewohner geschickt haben?"


    Firak bereute die Frage schon fast, als er AGGAs Gesicht sah, daher sprach er gleich weiter: "Shadow-Dragon erkannte, daß sie eine Botschaft enthielten. Jede Tafel enthielt einen Teil davon. Wir beschlossen, die Talbewohner daran miträtseln zu lassen, damit wir schnell zu einem Ergebnis kommen.


    alter ugh," er nickte ihm freundlich zu, "hat die beste Erklärung dafür gefunden und daher dachten wir, daß wir ihm die Ehre geben können, dir die Lösung vorzutragen. Zumal sie sich auf das Wohlbefinden von Truppen auswirken kann."


    "TRUPPEN?" AGGAs Interesse erwachte schlagartig. "DANN ERZÄHL, alter ugh!"


    alter ugh straffte die Schultern und schaute AGGA fest an und begann:


    "Ich habe ein Duplikat meiner eingesandten Steintafel mitgebracht und lese sie am besten vor:


    Ich kann mich noch genau erinnern, wie mein Großvater mir das erste Bier gab" sagte ugh, "es war von goldener Farbe, malzig mit einer köstlichen Hopfennote...und nun bin ich der Großvater, der
    Großvater vieler, ja eines ganzen Stammes. Und was würd ich meinen Stammesbrüdern und -schwestern wohl besseres geben, als eben solches Bier..."


    Ugh schrak aus seinen Gedanken hoch. Wie war er drauf gekommen? Ach ja, die Steinplatten der Götter.
    Mit feuchten Augen nahm er das Bilderrätsel erneut zur Hand, zeigte es doch in der richtigen Reihenfolge zusammengesetzt das Geheimnis der Bierherstellung. "Bierbraurezept" stand dort geschrieben und wirklich, das war es.
    Natürlich haben die Brauer des Stammes im Laufe der Zeitalter die Herstellung vervollkommnet, die grundlegenden Prinzipien gelten aber immer noch wie damals, in der grauen Vorzeit, als diese
    Steinplatten entstanden sein müssen, in einem fernen Land, im Tal der Sumerer, denen es zuerst gelang dieses einzigartige Getränk zuzubereiten.


    Lord Vader, der die Tafeln zuvor zusammengesetzt hatte, verlangte zugegebenermaßen etwas respektlos "Los alter Mann, erklär uns endlich, was das Gekritzel da auf den Tafeln zu sagen hat!", holte
    ugh damit ziemlich abrupt in die Gegenwart zurück und handelte sich eine Sonderschicht Gläserspülen in Ughs Hobbykeller ein.


    Trotzdem fing ugh an zu erzählen:
    "Das beschriebene Verfahren wandten die Sumerer an, um ein leicht berauschendes Getränk herzustellen, das unserem heutigen Bier entspricht. Natürlich hatte es nicht die Güte und Reinheit, und der Erfolg eines Braugangs war mehr durch den Zufall bestimmt. Niemand zu der Zeit, nicht mal die weisesten Schamanen kannten die Geheimnisse der kleinen Kreaturen, die in der Mischung aus Wasser
    und Getreide das Elixier hervorzaubern können, das wir in Massen geniessen."


    Die Runde um ugh wurde immer größer, Fässer wurden herbeigerollt und das Gezeche begann, während ugh weiter erzählte von den Anfängen der Braukunst.


    "Zunächst wurde aus Getreide, die Sumerer nahmen Emmer oder Gerste, ein Teig hergestellt, ähnlich zu dem, den unsere Amazonen machen, um Brote daraus zu backen.


    Auch dieser Teig wurde zu Brot verbacken, dieses aber nicht verzehrt sondern zerbröselt und in Wasser eingeweicht. Heute wissen wir, dass die Wärme beim Backen die Stärke des Getreides in Malzzucker verwandelt hat, der jetzt im Wasser gelöst wird.


    Die entstandene Brühe, heute würde man das wohl Maische nennen, wurde nochmal erhitzt. Wir wissen mittlerweile, dass sich bei Wärme die Enzyme, die die Stärke in Zucker umwandeln am wohlsten fühlen
    und am besten arbeiten."


    Ugh nahm einen großen Schluck aus dem ihm gereichten Krug und war froh, dass es sich nicht um ein Bier aus der Fertigung der Sumerer handelte. Frisch gestärkt setzte er seine Ausführung fort:


    "Nach dem 2. Kochen ist das Bier fast fertig, aber das entscheidende fehlt noch, der Alkohol."


    AHs und OHs hallten durch die Höhle und alle Anwesenden stimmten zu, dass das ja nun wirklich das Wichtigste am Bier sei.


    "Heute setzen wir der Würze nach dem Kochen eine reine Bierzuchthefe zu, um beste Ergebnisse zu erzielen. Zu den Zeiten der Sumerer war dies noch nicht möglich. Also gab man erneut einige gemahlene Getreidekörner, auf denen sich ganz natürlich Hefepilze angesiedelt hatten, zu der Würze, um die Gärung zu starten und im Bier neben Alkohol auch Kohlensäure zu erzeugen.


    Der Hopfen, der unserem Bier heute den unvergleichlich frischen und bitteren Geschmack verleiht, war damals noch nicht bekannt, dafür gab man andere Geschmacksträger wie Kräuter oder Früchte zum Bier."


    Jetzt mussten sich doch einige schütteln und dachten mit Schrecken an das letzte Fass Belgischen Himbeerbiers, das sie getrunken hatten.



    Das war die Geschichte der ersten Bierbrauer und das Geheimnis der
    Steintafeln..."


    alter ugh hob seinen Blick von der Steintafel und schaute AGGA an.


    "Für die Truppenverpflegung schlage ich das Verfahren der Sumerer vor. Das sozusagen flüssige Brot ernährt die Truppen, löscht ihren Durst, läßt sie wegen des keimreduzierenden Alkohols weniger häufig krank werden und ist auch unterwegs leicht nachzukochen.


    Ich habe von beiden Sorten Bier etwas mitgebracht, wenn ihr kosten wollt?"

  • Re: Beschäftigungstherapie


    „Es ist soweit, die neuen Früchte konnten geerntet werden“.


    Sie saßen auf bequemen Holzbänken um einen riesigen Steintisch herum – in einer windgeschützten Ecke, was Slavomir so gar nicht passte.


    Auf dem Tisch waren nun die Früchte ausgebreitet.


    Unterschiedlicher hätten sie nicht sein können.


    Dieses Graszeugs, dann kleine grüne weiche Zapfen, dazu diese Riesenbeere.


    „Jeder von euch nimmt sich ein paar von jeder Sorte mit und erzählt mir in einer Woche, was man damit machen kann, einverstanden?“ Uga blickte in die Runde und sah erfreut, daß alle nickten.


    "Aber warum sollen wir alleine forschen?" fragte sich Uga.


    "Meine lieben Kinderlein dort draußen im Tal,


    aus den Samen, die ich in den Beuteln fand, die ihr mir zugeschickt habt, sind prächtige Pflanzen geworden und nun konnten wir ernten.


    Wir müssen wissen:


    - wie die Pflanzen heißen
    - was man alles damit tun kann
    - ob sie spezielle Verwendungszwecke haben, die nicht gleich offensichtlich sind
    - gibt es Geschichten dazu?


    Falls euch dazu etwas einfällt, schickt mir eure Steintafeln binnen eines Monats. Die besten, informativsten und außergewöhnlichsten Antworten erhalten eine Belohnung."


    Und so sehen die Pflanzen aus:

  • Re: Beschäftigungstherapie


    „Willkommen, meine Kinder“, empfing Uga seine Söhne. „Nun weiß ich wie die Früchte heißen. Das da ist ein Kürbis, die "Zapfen" nennen sich Hopfen und das „Gras“ heißt Gerste.
    Vielen Dank an die Talbewohner bauz, T-kiLaH und derNatterich, die mir die Namen genannt und etwas zur Verwendung erzählt haben. Mauke, dein Beitrag hat mich sehr belustigt, auch dafür meinen Dank."


    Neugierig blickte er nun in die Runde. "Was habt Ihr denn so herausgefunden? Nebrot, machst Du den Anfang?“


    Nebrot seufzte. „Für meine Knüppelassassinen ist das nichts. Sie haben den Kükükürbis – oder wie hieß das noch mal? – geköpft, die Samen herausgenommen, die Gääärste hineingeworfen und alles ins Feuer gestellt. Ein paar Knochen und Kräuter sind auch noch dabei gewesen. Aus den Kernen haben sie Öl gepreßt und damit das Ganze verfeinert.“


    Er seufzte wieder.


    „Für friedliche Zeiten ist das nichts, meine Knüppelassassinen sind dick und rund geworden. Sie müssen nun hungern, um wieder kampffähig zu werden. Habt ihr schon mal eine Horde hungriger Frauen erlebt?“


    Mitleidheischend blickte er in die Runde.


    „Aber: Die harte Schale vom Kürbis ist zermahlen ein Wohltat für meine Eichenbaumhirten. So prächtig war ihr Grün vorher nicht.“


    Feeble nickte bestätigend. „So wirkte es bei den Barmanus und den Brontosauriern auch. Die Barmanus mussten zusätzliche Runden auf der Rennstrecke einlegen, damit ihnen die Rüstung nicht zu eng wurde.


    Bei den Brontosauriern fiel die Zunahme zunächst nicht auf, aber als dann Hilde – mein Lieblingsbrontosaurier - mitsamt des Holzsteges in den Wassergraben fiel, war dies ein deutliches Zeichen.“


    Trubatschs Augen leuchteten. „Auch ich kann das bestätigen. Hervorragende Nahrung. Sowohl der Küüüüüüürbis als auch die Gerste.“


    „Für meine Schnecken konnte ich auch beides verwenden, aber die Drachensegler vertragen nur gekochten Kürbis, andernfalls stürzen sie ab.“, ergänzte Slavomir.


    „Und was ist mit dem Hopfen?“ fragte Uga.


    Ein Stöhnen von Nebrot kam als Antwort. „Die Knüppelassassinen haben den Hopfen ins Wasser geworfen und den Sud getrunken. Sie waren danach nicht mehr wach zu bekommen.“


    „Hmmmm“, Uga wiegte den Kopf hin und her. „Sonst weiß keiner etwas zu berichten?“


    „Naja“, meldete sich Nebrot noch einmal zu Wort, „ich weiß ja nicht, ob die Krabbeltiere, die man sonst in den Höhlen findet, Angst vor den hysterischen Frauen haben. Falls nicht, mögen sie den Hopfen nicht. Wo er lag, waren keine Ameisen, Spinnen oder anderes Getier.“


    „Ich habe AGGA auch Früchte zukommen lassen. Er und seine Söhne kommen mich bald besuchen, wenn ihr wollt, kommt doch dazu.“ sagte Uga und hob damit die Zusammenkunft auf.

  • Im Turm des Wissens


    Im Turm des Wissens


    Enzio blickte auf das Treiben im Tal herunter und reckte sich. „Zeit für eine Pause“.


    Seine feinen Ohren bekamen Sprachfetzen mit. „Familien…. bei Uga... Zeit geändert …, wenn es dämmert.“


    Enzio beschloß, Uga dann zufällig zu besuchen. Er blickte auf den Zeitmesser. Es waren ja schon Monate vergangen, seit sich alle getroffen hatten.


    „Tempus fugit“ seufzte er und machte sich wieder an die Arbeit.

  • Re: Beschäftigungstherapie


    Es dämmerte und schon versammelte sich die Familie in Ugas Garten. Staunend standen sie vor dem Gartenteich. „Feeble hatte eine Idee…“ sagte Uga und schaute selbst mit strahlenden Augen auf den Teich.


    Feeble sah sich die Reaktionen mit Stolz aus der Entfernung an.


    Sie sahen in dem Teich runde Gefäße schwimmen und es schien, als wären es lauter kleine Sonnen.


    Diese kleinen Sonnen illuminierten das Ufer, die Bäume, die Steine, so daß alles gespenstisch aussah, bedrohlich, gefährlich.


    AGGA war begeistert.


    Ebenso Trubatsch. „Licht“, sagte er verzückt, „was man alles mit Licht machen kann. Ich will das auch haben.“ und schon eilte er über den Steg zu Ugas Sitzecke, um in Erfahrung zu bringen, was das ist und wo man es bekommt.


    Die anderen rissen sich von dem Anblick des Teiches los und folgten ihm.


    „Hallo Feeble, was ist das? Wo bekomme ich das her? Es sieht toll aus“ sprudelte Trubatsch vor lauter Begeisterung raus.


    Feeble grinste und meinte: „Setzt Euch doch alle erstmal hin, nehmt Euch etwas zu trinken und zu essen.


    Oh Enzio, ich freue mich, daß auch du diesmal dabei bist.“, begrüßte er seinen Cousin herzlich.


    Als dann alle saßen, erklärte Feeble, was es mit den Lichtern auf sich hat.


    „Meine Jäger haben besonders fette Wildschweine gefangen. Nachdem meine Krieger aufgrund unseres Versuchs eher zu viel Gewicht hatten als zu wenig, wies ich einen von ihnen an, das Fett zu entfernen und zu schmelzen.


    Er war leider ungeschickt, so einiges davon mit dem Feuer in Kontakt kam und siehe da, es brannte.


    Wir haben dann etwas experimentiert.


    Wir nahmen einen ausgehöhlten Kürbis, gossen dort den Tran hinein und zündeten es mit einem brennenden Holzspan an.


    Nun ja, der Jäger hatte anschließend keinen Bart und keine Augenbrauen mehr.


    Wir versuchten deswegen etwas anderes. Wir nahmen ein kleines Bündel des Gerstenstrohs, banden es zusammen und stellten es senkrecht in den Kürbis mit dem Tran und zündeten nur das Stroh an.


    Und siehe da, es brannte länger und nicht mit Riesenkraft.


    Und sieht es nicht toll aus?“


    AGGA knurrte. „TOLL?! Es muß für den Krieg taugen. Ich habe auch schon eine Idee.“

  • Re: Beschäftigungstherapie


    Staunend hatte sich die Familie um ein Feuer und ein großes Gefäß versammelt.


    „SO SIEHT ES AUS, DAS BIERBRAUEN.“ AGGA zeigte auf beides. „WARM SCHMECKT DAS GEBRÄU NICHT SO GUT, ABER KALT, UMSO BESSER.


    TRINKT NUR ALLE DAVON!“


    Uga nippte aus seinem Becher und stellte voller Verzücken fest, daß der Becher mal ein Kürbis war. „Schöne Früchte.“, murmelte er voller Stolz.


    Nebrot nahm einen Schluck, stutzte, trank wieder einen Schluck und man sah förmlich die Fragezeichen in seinen Augen. „Ist das nicht das Getränk, daß uns Enzio von einer seiner Reisen mitbrachte und zum probieren gab?“


    Enzio grinste: „Ja, richtig. Gut erkannt.“


    AGGA hob die Augenbraue, konnte sich aber nicht dazu entschließen, loszupoltern, weil Enzio sie irgendwie reingelegt hatte, da er als stolzer Vater auch die Raffinesse zu schätzen wusste.


    Plötzlich landet Slavomir unsanft mit einem Drachensegler:


    „Eis! Es gibt Stellen im Tal, die vereisen!“


    Aufgeregt lief er hin und her.


    „Das wird doch nicht wieder Kyrah sein?“


    Firak schickte sofort seine besten Schattenamazonen in das Gebiet.

  • Re: Beschäftigungstherapie


    Es rumpelte. Das Rumpeln kam immer näher. Noch näher.


    AGGA sah in die Runde und man hätte meinen können, daß ein leichter Anflug eines Lächelns über sein Gesicht huschte.


    "Meine Leute rollen ein Katapult hierher. Ich sagte euch doch, ich hatte eine Idee. Sobald es dunkel ist, werden wir schauen wie weit Feebles Kürbisse fliegen können."

  • Re: Beschäftigungstherapie


    Schweißgebadet wälzte er sich auf seinem Lager herum.


    "Kürbisse, Eis....", stammelte er im Schlaf.


    Erschreckt fuhr er hoch. Glockenhellwach. "Kürbisse? Eis?". Ein Schauder zuckte durch seine Körper. "Das kann doch nicht sein?"


    Eilig zog er sich an. Er hatte einen Besuch zu machen.