Zu Gast bei Uga
Als Agga den prunkvollen Sitzungssaal in Feebles Wasserschloss betrat, richteten sich 5 Augenpaare auf ihn. Uga war überrascht über die Erscheinung seines Bruders, konnte aber nicht zuordnen was genau sich verändert hatte.
Uga erhob sich.
„Bruder! Sei gegrüßt! Es freut mich, dass Du meiner Einladung nun doch gefolgt bist! Wie ich sehe bist Du alleine gekommen. Welch überaus große Geste des Vertrauens!“
UNSERE KLEINEN SPIELCHEN INTERESSIEREN MICH NICHT MEHR! ICH BIN HIER, WEIL ES WICHTIGE DINGE ZU BESPRECHEN GIBT. WICHTIGER ALS DU DIR AUSMALEN KANNST! antwortete Agga mit klarer Stimme.
Während Agga sich setzte und Uga zu seinem Platz lief, übermannte ihn die Erkenntnis. Die Augen!
Aggas Augen waren verändert! Sie waren nicht tiefschwarz, von Nebeln durchzogen oder brennend vor Feuer. Sie waren klar. Uga schüttelte das beängstigende Gefühl ab.
Agga blickte kurz in die Runde von Ugas Halbgöttern und begann ohne Umschweife.
PAFFI IST TOT!! ERMORDET!!
Die Halbgötter schnappten nach Luft, rangen um Fassung. Uga fiel in sich zusammen und widmete ein innerliches Gebet der Seele Paffis. Schließlich fand Uga wieder Worte und bat Agga die Umstände zu erläutern.
Agga berichtete von Paffis Fernbleiben, von den Vermutungen, vom Bau des Feuerthrons und schließlich vom Schmieden des Talismans des Ewigen Feuers.
MEIN BRUDER, BEI ALL UNSEREN KÄMPFEN UND BEI ALLER RIVALITÄT, ICH WEISS, DASS DU NIEMALS ZU SO EINER TAT IM STANDE GEWESEN WÄRST. NICHT EINMAL ICH KÖNNTE EINEM DEINER HALBGÖTTER... er blickte in die Runde NEIN, NICHT EINMAL ICH!!
Uga und seine Halbgötter hatten den Ausführungen gelauscht.
„Ich weiß, dass Dir unsere Anteilnahme nicht viel bedeutet, aber lass Dir gesagt sein, dass wir allerhöchsten Respekt vor Paffi hatten und sein Leben ehren werden. Ich weiß, dass Du Paffi als Deinen Ziehsohn erachtet hast, nachdem Enzio sich von Dir losgesagt hatte und schließlich seinen eigenen unergründlichen Weg der Zeit gegangen ist.
ICH DANKE DIR. Sagte Agga völlig untypisch. DU WEIßT WAS DER TOD VON PAFFI BEDEUTET!! ES GIBT JEMANDEN, DER MÄCHTIG GENUG IST EINEN HALBGOTT ZU TÖTEN!! ICH KANN DIR BISHER NICHT SAGEN, OB ES SICH NUR UM EINEN KOMPLOTT GEGEN PAFFI ODER GEGEN MICH HANDELT, ODER OB SICH DIESE MACHT GEGEN UNS BEIDE STELLT!! Agga blickte in die Runde.
ABER ICH HABE ERSTE MAßNAHMEN EINGELEITET, UM LICHT IN DAS DUNKEL DIESER GESCHICHTE ZU BRINGEN!!
IN DIESEN STUNDEN BEREITET FIRAK EINE FALLE VOR!! ER HAT MIT SEINEN SPÄHERN KREATUREN AUSGEMACHT, DIE IM SCHNEE UND IM EIS HERUMSCHLEICHEN. FIRAK WIRD MIT HILFE MEINER GEFOLGSLEUTE DIESE WESEN STELLEN, UND ICH WERDE SIE EINGEHEND BEFRAGEN!!
Über Aggas Augen huschte ein Feuersturm, der in der nächsten Sekunde wieder erloschen war.
UGA, ICH BRAUCHE DEIN WISSEN UND DEINE ERKENNTNISSE!! WAS HAST DU IM TALE THOKA BEMERKT? HABT IHR KONTAKT ZU DIESEN KREATUREN? WISST IHR ETWAS ÜBER DEN UNSICHTBAREN FEIND? UND VOR ALLEM: WAS IST AUS NICKNEHM GEWORDEN??
Uga blickte Agga tief in die Augen und sah zum allerersten Mal nichts als Vertrauen.
„Mein Bruder, ich hatte Dich eingeladen, weil wir beunruhigende Nachrichten erhalten haben. Sie decken sich zum Großteil mit Deinen Ausführungen! Slavomir ist einer Kreatur begegnet. Aber sie sind weder einheimisch, noch für den Mord an Paffi verantwortlich! Aber sie haben interessante Informationen und eine noch interessantere Aufgabe! Doch dies sollen Nebrot und Slavomir selber berichten!“

