Gedanken und Vorbereitungen
Der Geruch von Schwefel, gleißend heißem Metall und siedendem Wasser hin in der Luft. Ruhelos leckte die Heilige Esse mit ihren Flammenzungen nach jedem frischen Holzscheit.
Der kleine Raum war nur von den seichten Licht erhellt, das sich an einer leicht geöffneten Ofentür vorbei zwängte.
Agga sass von den monatelangen Anstrengungen gebückt auf einem viel zu kleinen Hocker und sah nachdenklich auf den kurz vor der Vollendung stehenden Talisman des Ewigen Feuers. Bereits jetzt konnte Agga die verborgene Macht spüren.
Er mußte sich Gedulden.
Die Ruhephasen für das Metall mußten genaustens eingehalten werden. Noch einmal würde er sich in das Höllenfeuer der Esse begeben und den Talisman schmieden, dann würde er endgültige Gewißheit über Paffi erlangen.
Nichts konnte ihn in den letzten Monaten von seiner Aufgabe ablenken.
Weder die ständigen besorgten Berichte von Firak, der in den Nachforschungen über die Bedeutung der vier Fundstücke zwar einige Erkenntnisse erlangen konnte, aber weder brauchbare Hinweise auf die Mörder des Spähers, noch auf die Identität der schleichenden Gestalten, dem Flüstern im Eiswind, erhalten hatte. Firak hatte Agga immer wieder ermahnt, selber wieder aktiv zu werden, den Unbekannten eine Falle zu stellen, oder gar auf Ugas Nachfrage zu antworten.
Denn auch Uga war von Agga ignoriert worden.
Völlig überraschend war ein Bote bei Carmi aufgetaucht und überbrachte eine Kunde, dass Uga fernab aller Differenzen dringend ein direktes Gespräch im Vertrauen mit seinem Bruder führen möchte.
Die Halbgötter Aggas drängten, wenigstens einen der Ihren zu Uga zu entsenden, doch Agga war nur auf den Talisman fixiert und ignorierte alles um ihn herum.
Agga Blick fiel wieder einmal auf seine Kriegskeule. Was würde er machen, wenn er Gewißheit über den Tode von Paffi erlangt? Der Verlust würde ihn hart treffen, ähnlich wie damals als sein Sohn Enzio sich von ihm abgewandt hatte. Firak war sein treuer Berater, Carmi sein Gewissen und Kirkalot die ausführende Hand der Zerstörung, doch Paffi war sein Schützling.
Die Sanduhr leerte sich langsam und Agga stand auf, um die letzten Vorbereitungen einzuleiten.
Bald würde er Gewißheit haben...

