Gedanken an eine andere Welt

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Gedanken an eine andere Welt

Beitragvon Lifthrasil » 04.02.2004, 01:30

Damit auch diese Geschichte im neuen Forum steht ;)


Es war schon dunkel und kalt, der Schnee glitzerte. Der Mond leuchtete und man konnte fast das Gefühl haben er lächelte. Lifthrasil zog sich ihren warmen Mantel um und wanderte zu ihrem Felsen, wo sie immer hinging, wenn sie nachdenken musste. Auf dem langen Weg kam sie an einer Höhle vorbei, wo sie viele Stimmen hörte. Sie blieb kurz stehen und hörte wie eine Frau ganz aufgeregt und laut schrie: "Was machen wir wenn das wirklich geschieht? Was wenn unsere Kinder kein Essen mehr haben?"Dann eine Männerstimme:"Frau mach dir keine Sorgen, irgendwie wendet sich bestimmt alles zum Guten!" Lifthrasil hörte Schritte und sah wie ein Mann aus der Höhle hervorkam. Er schaute sie mit großen Augen an und fragte: "Kann ich dir helfen?" Da sie einen unglaublichen Durst verspürte bat sie um einen Schluck Wasser. Der Mann nahm sie mit in seine Höhle und befahl seiner Frau ihr einen Schluck von dem Selbstgebräuten zu reichen. Lifthrasil roch etwas verwirrt an der grünlichen Flüssigkeit, da sie aber durchgefroren und das
Gebräu so herrlich warm war, trank sie den ganzen Becher leer. Sie verabschiedete sich von ihren Gastgebern und ging weiter zu ihrem Felsen. Als sie
endlich dort ankam, setzte sie sich und merkte, dass ihr etwas wirr im Kopf wurde. Würde dies von dem Trunk kommen??

Sie schlief ein und begann zu phantasieren und es schwebten ihr tausend Dinge im Kopf rum. Wie würde das Leben im Tal werden wenn Uga oder Agga gewinnen würde? Wie wardas Leben bisher? Die Phantasien vermischten sich. Es war hell und die Bäume waren grün, die Wiese erfreute sich der Blumen. Lifthrasil zuckte zusammen. Sie sah einen alten Mann, der in den Sonnenaufgang sah. Sie beschloss dorthin zu gehen und ihn zu fragen was geschehen war. Lifthrasil sprach ihn leise an, doch er drehte sich nicht um. Er flüsterte:"Mein Kind, ich wusste dass Du zu mir kommst! Es ist Schreckliches geschehen, so viele Kriege, so viele Tote. So viele Wälderzerstört, die Natur geschändet." Lifthrasil fragte:"Wer bist Du?" Der alte Mann drehte sich immer noch nicht um, aber er fuhr fort:"Ich bin ein alter müder Krieger, der viel gesehen hat, mein Name ist unwichtig." Sie verstand nicht warum er von Krieg redete, sie sah nur blühende Blumen und ganz viele Bäume."Mein Kind, Du musst die Augen aufmachen. Es ist nicht alles so, wie es heint. Die Welt ist grausam und sie wird es immer bleiben. Ich kann es spüren, es wird noch viele Kriege geben. Die Menschheit muß sich fürchten.Sie muss sich entscheiden. Nimm den sonnigen Vorhang von Deinen Augen und sieh, wie schlimm es um Euch steht. Pass jeden Tag erneut auf, wenn der Regen fällt ist das kein Geschenk der Natur, sondern eine Warnung. Wenn es schneit ist es nicht die Ankündigung des Winters, es ist ein Zeichen. Und wenn Du es wirklich noch einmal erleben solltest, dass die Sonne scheint, so genieße sie, aber blicke nach rechts und links, nach oben und nach unten. Es lauern überall die Gefahren!" Lifthrasil dachte sich, dass dieser Mann bestimmt Halluzinationen hatte oder ein guter Geschichtenerzähler sei, doch dann fuhr er fort."Mein Kind, kaum einer hat den schweren Krieg des vergangenen Zeitalters überlebt, es folgen viele Kriege, ob diese Jemand überleben wird ist sehr ungewiß.Ungewiss
ist, ob Altes über Neues obsiegen wird.Sei gewappnet und sei vorsichtig. Beachte meine Worte und schenke ihnen Glauben. Ich bin müde mein Kind, ich habe Dir alles gesagt, bitte geh schnell zurück und pass auf Dich auf! Denk daran, schau immer zu allen Seiten hin, Du wirst nie ganz sicher sein!" Der alte Mann starrte wieder in den Sonnenaufgang. Lifthrasil wusste immer noch nicht wer er war, denn er hatte ihr nicht sein Gesicht gezeigt. Vielleicht war es zu vernarbt, vielleicht schämte er sich seines Anblickes??

Es wurde kalt, sehr kalt und es schneite immer mehr. Lifthrasil wachte auf und sah sich erschrocken um. Sie erinnerte sich an die Worte eines alten Mannes, den sie aber nicht entdecken konnte. Sollte sie dies alles nur geträumt haben? Lifthrasil machte sich auf den Weg nach Hause und guckte immer wieder hinter sich. Sie spürte ein Verlangen, ein mächtiges und begehrendes Verlangen. Woher kam dies bloß ? Endlich wieder in ihrer Höhle angekommen, sank sie erschöpft zusammen und schlief ein...
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