-= Prolog =-

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-= Prolog =-

Beitragvon Der Prophet » 02.02.2004, 23:57

Die Erzählung eines jungen Kriegers


Das Mammutfleisch schmeckte prächtig diesen Winter - der lange warme Sommer hatte die großen Zottelviecher sich satt und rund fressen lassen. Nichts war besser als ungestört eine über dem Feuer gebratene, saftige Mammutkeule..."Mein oberster Stammesführer, wir haben einen Mann gefunden! Dort vorne, am ersten Wachturm - schnell er liegt im Sterben!"
Natürlich - wäre ja auch zu schön gewesen. Wieder mal irgendein seltsamer Prophet oder sonst so einer in komische Kleidung gehüllter mystischer Kerl, der sich in seinen letzten Atemzügen zu irgendeinem Lagerfeuer schleppt und genau dann den Löffel abgibt, wenns interessant wird. Warum mussten solche Leute eigentlich immer im Sterben liegen? Und warum ausgerechnet zur Mittagszeit!
Zu Füssen des ersten Wachturms lag tatsächlich ein sterbender Mann. Ein alter Kämpfer vielleicht, gezeichnet von unzähligen Schlachten. Ein Auge fehlte ihm, und seine Felle waren armselig. Er blickte auf, sah mich mit seinem verbliebenen trüben Auge an, griff nach meinem Bein und zog sich daran hoch. "Stammesführer...ihr müsst wissen... ihr...ich... die Reise." Was wollte dieses menschliche Wrack von mir? "Sprich Alter, wovon willst Du berichten? "Die Reise. Zum Ursprung. Zur Quelle. Zu einem der Hüter. Auf dem Pfad zwischen den beiden, weder zu nah am Licht, noch am Schatten. Eine Ewigkeit...eine Ewigkeit..." er krallte sich fest in meinen Fellumhang, flehte mich mit durchdringendem, wenn auch äußerst einäugigen Blick an. Sein Wundfieber schien an ihm zu zehren: "Geht den Weg! Ihr müsst, hört ihr! IHR MÜSST!" Ich hatte es geahnt ? das klang nach unheilvoller Prophezeiung... "Sprich, Alter!" nötigte ich mir selbst nach einem Augenrollen ab.

"Monate wartete ich... auf das Zeichen, im kargen Tal am Ort zwischen... Ihnen. Dann erschien es am Himmel, das Antlitz, das Antlitz des Dunklen. Rot war es, so rot. Zwei Tage wanderte ich ihm entgegen, wenn ich...es erblicken konnte. Im Pilgerschritt, nach jedem...zweiten einen zurücktun..., bis sich mir... bis sich mir das nächste Zeichen offenbarte...Zeichen...ja. Dem gescheckten Jäger folgte ich fünf, sechs, nein sieben lange Stunden gen Abend. In meinen Träumen sah ich Dinge.. Dinge die... oh ? nein, nein kommt nicht näher! Hinfort ihr Geister, hinfort!" "Reiß Dich zusammen, Alter!" brüllte ich die elende Gestalt an und dies schien für einen Moment den Fieberwahn beiseite zu fegen: "Ja, Herr. Am... morgen...ein Habicht. Er floh vor dem Mittag. Ich folgte ihm..folgte ihm...vier..und halbe... dann ? zwischen den Bäumen!" Er begann sich in Hustenkrämpfen zu schütteln, dann griff er noch einmal nach mir, starrte mich mit verkrampften Gesichtszügen an und presste ein paar Worte aus seinen kollabierenden Lungen heraus: "Der Bote...einer von denen vor uns ? seine Gaben zeigen, dass ihr nicht Wa... nicht Wald verbrennen noch Tiere mit Waffen erschlagen wollt! ...Der weise Mann schenkt nicht wie ein Verschwender, nicht wie ein Geiziger!"

Irgendetwas im Universum hatte diesen Moment ausgewählt, um kräftig gegen das Lebenslicht des Alten zu pusten. Er sank zu meinen Füssen zusammen. Na prima ? hätte er nicht wenigstens einfach dahinsiechen können, ohne mich mit irgendwelchen nebulösen, wahrscheinlich zur "Rettung der Welt" nötigen Dingen zu beauftragen?

Der erste Hinweis

-= Ein erster Tropfen =-

...fiel in die Wasserlache, in der der junge Krieger sein Gesicht betrachtete. Weite Kreise zog er, bis die ganze Oberfläche des Wassers unruhig war. Wie ein so kleines Ding wie ein Tropfen doch so viel bewegen konnte - und wie dämlich er dann aussah! Er stand wieder auf, schaute zum Himmel. Ja, es begann zu regnen.
Na prächtig - nicht nur, dass er immer noch nicht das Gestammel des seltsamen Kerls ganz durchblickt hatte, nein, er irrte jetzt schon seit Tagen durch die Wildnis, immer bestrebt den Weg, den einst der Alte ging, zu finden. Hinweise auf das Antlitz des Dunklen hatten sie zum Glück in den Archiven der alten Schriften gefunden, und auch manch anderes machte mittlerweile Sinn. Aber welche Gaben sollten am Ende dargebracht werden, und vor allem - wem?
So sollten sie wohl zeigen, dass er die Natur schätzte. Aber wie das beweisen? Sie ganz verschmähen? Oder ging es darum, mit welchen Mitteln man sich die Schätze der Natur zu eigen machte?

Eine Mammutkeule war alles was er wollte - die eines Hasen würde auch schon reichen. Wenn wenigstens der Regen aufhören würde... und nicht ein Baum in Sicht in diesen stinkenden Sümpfen, wo man hätte Schutz suchen können.

Der zweite Hinweis

-= Eine Reise findet ihr Ende =-

Er hatte den Ort gefunden. Nie hatte er wirklich damit gerechnet, dass hinter dem wirren Gestammel des sterbenden Wanderers tatsächlich Sinn steckte. Doch jetzt, wo er hier stand, schien sich die unglückselige Begegnung als Teil einer schicksalhaften Kette von Zufällen zu entpuppen. "Natürlich" dachte er bei sich "wenn es schon ein sterbender Wanderer ist, dann müssen seine Worte auch zu einem mystischen Ort führen. Zum nächsten Mammutkeulen-Imbissstand wär mir lieber gewesen.."

Er schaute sich um. "Seltsam, dass niemand diesen Ort bemerkt hat bisher - obwohl, die gegend ist nicht gerade einladend." Das Banner über der Höhle hatte ihm das Ziel seiner Reise gezeigt, so dass er die letzten Schritte mit sicherem Gewissen machen konnte. Lang war die Reise gewesen und -natürlich- voller Entbehrungen. Am ersten Wendepunkt seiner Reise war er unsicher, stand er doch in den Sümpfen vor einem tiefen Morast.
Er hatte sich richtig entschieden damals, und war am südlichen Rand der Sümpfe weitergewandert, wenn er so auch beinahe einem Stamm von Leuten mit seltsamen roten Stirnbändern in die Hände gefallen wäre. Wieder durchquerte er einen Sumpf nach dem nächsten - und wo war die nächste Etappe zu Ende gegangen? Im Sumpf - genau. Wo auch sonst. Den letzten Tag war wenigstens durch ein ausgedehntes Waldgebiet gekommen, aber - wie konnte es auch anders sein- alsbald erreichte er wieder einen Sumpf. Er war übel gelaunt, seine Felle stanken und an seinen Füssen spriesste Fusspilz in der Grössenordnung von Fliegenpilzen. Und zu allem Überfluss war alles umsonst gewesen. Die Geschenke würden nicht helfen, er als weiser weiser Mensch wusste einfach, dass er der falsche war. Würde ein anderer die Geschichte ins Rollen bringen müssen...

Des Rätsels Lösung

-= Ein Hüter kehrt zurück =-

Seltsame Zeiten sind dies und die Sturmwolken am Horizont tragen grosse Unwetter auf dieses Land zu. Nicht unerwartet ist Dein Besuch, Rattlebeat vom Stamme der [CoD], denn wahrlich, uns steht ein Sturm bevor wie wir ihn nicht kannten bisher.
Grosse Heere sehe ich marschieren und in gewaltigen Schlachten untergehen, Stammesführer werden im Namen ihrer Götter Tausende in den Untergang führen. Nur Getier wird in manchen Landstrichen hausen. Etwas aus vergessenen Zeitaltern ist erwacht, geweckt durch unbedachte Taten, durch Hass und Rache. Es sucht den Pfad zurück ins jetzt, nicht lange werden wir Zeit haben, uns zu rüsten.

Rattlebeat, Du hast bewiesen, dass noch immer Männer in diesem Land wohnen, denen die alten Pfade nicht fremd sind. Das Land wird solche wie Dich noch brauchen, spüre ich. Dies hier sind Kinder der alten Zeit, sie tragen bei sich, was die Natur uns schenkte. Geh nun... rüste Dich. Ich spüre den Wind des Schicksals bereits auffrischen...
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